Dresden/Bad Köstritz. Nach wochenlangen Streiks mitten in der Hochsaison für Bier ist der Tarifstreit in der ostdeutschen Brauindustrie beigelegt. Beschäftigte von Radeberger, Freiberger, Köstritzer und anderen Traditionsbrauereien erhalten in den kommenden zwei Jahren ein Lohnplus von deutlich über fünf Prozent. Zuvor hatte die Gewerkschaft NGG sieben Prozent gefordert, während die Arbeitgeber mit 3,8 bis 4,3 Prozent in mehreren Stufen in die Verhandlungen gegangen waren.
Von der Einigung betroffen sind mehrere große Brauereien in Sachsen und Thüringen, die in den vergangenen Wochen teilweise lahmgelegt waren. Insgesamt summierten sich die Arbeitsniederlegungen auf rund 1.300 Streikstunden – nach Angaben der Gewerkschaft ein einmaliger Konflikt in der deutschen Brauindustrie. Fast 50 Millionen Flaschen Bier konnten dadurch nicht produziert werden.
Besonders betroffen waren die zur Radeberger-Gruppe gehörenden Brauereien (Radeberger, Freiberger, Sternburg, Krostitzer), dazu die Köstritzer Schwarzbierbrauerei aus der Bitburger-Gruppe sowie die Wernesgrüner Brauerei (Carlsberg). Der Sächsische Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss betonte, dass nur etwa sechs Prozent der 131 Brauereien in Sachsen und Thüringen tarifgebunden sind.
Mit der nun erzielten Einigung soll wieder Ruhe in der Branche einkehren – sehr zur Freude der Bierliebhaber, die in den letzten Wochen um ihre Lieblingsmarken bangen mussten.