Fr., 27.03.2026 , 10:36 Uhr

Tarifabschluss bringt Planungssicherheit bis Ende 2029

Einigung im Nahverkehr Sachsen erzielt

Nach Streiks und Verhandlungen steht eine Einigung im Nahverkehr Sachsen. Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Planungssicherheit wurden bis 2029 festgelegt.

Dresden - Nach intensiven Tarifverhandlungen und begleitenden Streikmaßnahmen haben sich der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen (KAV Sachsen) und die Gewerkschaft ver.di am 26. März 2026 auf einen neuen Spartentarifvertrag für den Nahverkehr Sachsen (TV-N Sachsen) verständigt. Damit konnten die tariflichen Auseinandersetzungen vorerst beendet werden.

Die Einigung umfasst mehrere zentrale Punkte für die Beschäftigten der großen sächsischen Verkehrsunternehmen, darunter die Chemnitzer Verkehrs-AG, die Dresdner Verkehrsbetriebe AG, die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH sowie die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH. Ziel der Vereinbarung ist es, sowohl die Arbeitsbedingungen zu sichern als auch den Betrieb der Unternehmen langfristig stabil zu halten.

Zu den wesentlichen Ergebnissen gehört die Ankopplung der Entgelte an die Entwicklung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD). Darüber hinaus wurde eine Beschäftigungssicherung für die Mitarbeitenden der beteiligten Verkehrsunternehmen vereinbart. Die bestehende 38-Stunden-Woche bleibt erhalten.

Auch bei den Zusatzleistungen wurden Anpassungen beschlossen. So soll die Jahressonderzahlung schrittweise auf bis zu 50 Prozent eines Monatsentgelts der Entgeltgruppe 5, Stufe 4, steigen. Urlaubstage bleiben unverändert bestehen. Zudem wurden Verbesserungen bei Nachtarbeitszuschlägen sowie Entlastungen bei Ruhezeiten und Dienstschichtlängen vereinbart.

Die Laufzeit des Tarifvertrags ist bis zum 31. Dezember 2029 festgelegt. Damit soll eine langfristige Planungssicherheit für Unternehmen und Beschäftigte gewährleistet werden.

Jens Meiwald, Verhandlungsführer und Vorstand der Chemnitzer Verkehrs-AG, betonte die weiterhin angespannte finanzielle Situation der Verkehrsunternehmen. Hintergrund seien steigende Finanzierungslücken, die von den kommunalen Trägern nur schwer ausgeglichen werden könnten. Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich, wie sie gefordert worden war, wurde nicht umgesetzt. Laut Meiwald sei dies entscheidend gewesen, um weitergehende Leistungskürzungen im Nahverkehr zu vermeiden und ein verlässliches Angebot für Fahrgäste sicherzustellen.

Auch Cornelia Habendorf, Verbandsgeschäftsführerin des KAV Sachsen, bezeichnete die Einigung als ausgewogenen Kompromiss. Sie betonte, dass trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen sowohl Verbesserungen für die Beschäftigten als auch verlässliche Bedingungen für die Verkehrsunternehmen erreicht werden konnten. Gleichzeitig seien weitere Streiks im Nahverkehr abgewendet worden.

Die Tarifvertragsparteien haben eine Erklärungsfrist bis zum 24. April 2026 vereinbart. In diesem Zeitraum sollen die zuständigen Gremien über die Zustimmung zur Einigung entscheiden.