Erhöhte Sicherheit: Weihnachtsmärkte in Sachsen rüsten auf
Leipzig – Trotz anhaltender Sicherheitsdebatten nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Vorjahr öffnen die großen sächsischen Weihnachtsmärkte wie geplant. Der 591. Dresdner Striezelmarkt startet am 26. November, Leipzig feiert vom 25. November bis 23. Dezember, Chemnitz vom 28. November bis 23. Dezember.
In allen Städten wurden die Sicherheitskonzepte überarbeitet. „Der Anschlag in Magdeburg hat für alle Veranstalter das Thema Sicherheit noch einmal stärker in den Fokus gerückt“, erklärte Walter Ebert, Leiter des Leipziger Weihnachtsmarktes. So werden Besucher in diesem Jahr einige Veränderungen bemerken.
In Leipzig wurden rund 180 zusätzliche mobile Sperren zur Sicherung der Innenstadt aufgestellt. Damit reagiert die Stadt auf die große Besucherzahl von bis zu 2,5 Millionen Menschen jährlich. Der Markt öffnet erstmals eine Stunde später – um 11 Uhr statt um 10 Uhr. So bleibt mehr Zeit für den morgendlichen Lieferverkehr, bevor die Zufahrten mit Barrieren geschlossen werden. Danach dürfen nur noch Einsatzfahrzeuge passieren.
Neben festen Durchfahrtssperren kommen 135 rund 300 Kilogramm schwere Oktablöcke, 23 Scherengitter und 20 Betonelemente zum Einsatz. An den Gittern steht speziell geschultes Sicherheitspersonal, das bei Bedarf Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr oder Reinigung durchlässt. Zusätzlich sorgen Streifen von Polizei und Ordnungsdienst für Präsenz. „Eine hundertprozentige Sicherheit kann niemand garantieren, aber wir haben das Konzept in enger Abstimmung mit den Behörden erstellt“, betonte Ebert. Besucher sollen die zehn Themenbereiche und das Märchenland auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt unbeschwert genießen können.
Parallel verschärft auch die Bundespolizei die Maßnahmen rund um den Hauptbahnhof. An den Wochenenden zwischen dem 14. November und dem 22. Dezember gilt dort ein Waffenverbot. Messer und andere gefährliche Gegenstände sind untersagt. Der Grund: eine gestiegene Zahl und Intensität von Gewaltdelikten auf Bahnanlagen. Die Einhaltung des Verbots wird regelmäßig kontrolliert.
In Magdeburg hingegen bleibt die Lage angespannt. Der dortige Weihnachtsmarkt hat bislang keine Genehmigung erhalten, nachdem das Sicherheitskonzept vom Landesverwaltungsamt kritisiert wurde. Im Fokus stehen vor allem der Zufahrtsschutz und der Personaleinsatz. Der Anschlag im vergangenen Jahr, bei dem ein Attentäter sechs Menschen tötete und Hunderte verletzte, wirkt noch immer nach.
In Sachsen aber setzen die Städte auf sichtbare Sicherheitsvorkehrungen und intensive Zusammenarbeit mit den Behörden – damit die Besucherinnen und Besucher die Vorweihnachtszeit möglichst unbeschwert genießen können.