Mi., 08.04.2026 , 09:03 Uhr

Fünfte Verhandlungsrunde endet ohne Ergebnis

Erneut Streiks im sächsischen ÖPNV

Auch die fünfte Tarifrunde im Regionalverkehr Sachsen bleibt ohne Einigung. Die Gewerkschaft ver.di kündigt nun Warnstreiks vom 9. bis 11. April an.

Dresden - Die Tarifverhandlungen im Regionalverkehr Sachsen zwischen Arbeitgebern und der Gewerkschaft ver.di sind erneut ohne Ergebnis geblieben. Auch in der inzwischen fünften Verhandlungsrunde konnte keine Einigung erzielt werden. Damit bleibt der Konflikt weiterhin ungelöst, konkrete Fortschritte sind bislang nicht erkennbar.

Nach Angaben der Gewerkschaft bewegt sich die Arbeitgeberseite weiterhin innerhalb eines unveränderten finanziellen Rahmens. Eine Bereitschaft, diesen deutlich zu erweitern, sei bislang nicht erkennbar. Aus Sicht der ver.di-Tarifkommission erschwert dies eine tragfähige Lösung. Statt umfassender Verbesserungen würden einzelne Anpassungen weiterhin miteinander verrechnet, ohne strukturelle Veränderungen der Tarifbedingungen zu erreichen.

Offen sind zudem zentrale Forderungen der Beschäftigten. Dazu zählen unter anderem Verbesserungen bei der Arbeitszeitgestaltung im Schichtdienst, insbesondere mit Blick auf eine 5-Tage-Woche, sowie eine Erhöhung des Jahresurlaubs. Auch bei der Entwicklung der Einkommen sieht die Gewerkschaft bislang keine ausreichenden Fortschritte.

ver.di-Verhandlungsführer Sven Vogel erklärte, die Beschäftigten erwarteten spürbare Bewegung in den Gesprächen. Stattdessen gebe es weiterhin Stillstand. Ohne ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber sei eine Einigung nicht möglich.

Vor diesem Hintergrund hat die Gewerkschaft Warnstreiks angekündigt. Diese sollen vom 9. bis 11. April 2026 stattfinden. Betroffen sind mehrere Regionen, darunter die Landkreise Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen sowie die Stadt Dresden. In diesen Gebieten sind unter anderem Unternehmen wie Regionalbus Oberlausitz, Görlitzer Verkehrsbetriebe, Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda und Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in die Maßnahmen einbezogen.

Eine Ausweitung der Streikmaßnahmen in den kommenden Wochen wird von ver.di bereits in Aussicht gestellt. Die Gewerkschaft bittet die Bevölkerung um Verständnis für mögliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr und sieht die Verantwortung für die aktuelle Situation bei der Arbeitgeberseite.

Die Arbeitgeber hatten zuletzt unter anderem eine Erhöhung der Vergütung um jeweils zwei Prozent in den Jahren 2026 und 2027 sowie Einmalzahlungen vorgeschlagen. Auch Anpassungen bei Zulagen und der Jahressonderzahlung waren Teil des Angebots. Aus Sicht der Gewerkschaft reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um die Forderungen der Beschäftigten zu erfüllen.

Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden. Wann eine Annäherung zwischen den Tarifparteien gelingt, ist derzeit offen.

Die AVN-Tarifverträge gelten für zahlreiche Verkehrsunternehmen in Sachsen, darunter Regionalverkehr Westsachsen, Regiobus Mittelsachsen, Verkehrsgesellschaft Meißen, Regionalverkehr Erzgebirge sowie mehrere Verkehrsunternehmen in Ostsachsen und der Region Dresden.