Mi., 20.05.2026 , 09:07 Uhr

Bundeskabinett beschließt Einführungsgesetz für digitale Identitäten

EUDI-Wallet: Sachsen als Pilotstandort

Mit der EUDI-Wallet sollen digitale Nachweise künftig sicher per Smartphone genutzt werden. Dresden spielt dabei als Pilotstadt eine besondere Rolle.

Berlin/Dresden - Das Bundeskabinett hat das Einführungsgesetz zur EUDI-Wallet beschlossen. Damit soll der Weg für eine digitale Brieftasche geebnet werden, mit der sich Bürger künftig sicher, einfach und europaweit digital ausweisen können. Auch digitale Nachweise sollen perspektivisch direkt über das Smartphone nutzbar werden.

Für Sachsen und insbesondere Dresden hat das Vorhaben eine besondere Bedeutung. Dresden ist bereits Pilotstadt für digitale Nachweise und damit Teil eines europäischen Projekts zur Weiterentwicklung digitaler Identitäten. Zugleich verfolgt der Freistaat Sachsen mit seiner Modernisierungsagenda das Ziel, Verwaltungsprozesse schneller, digitaler und bürgernäher zu gestalten.

Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Dr. Markus Reichel, Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für digitale Identitäten und die EUDI-Wallet, sieht in dem Gesetz einen wichtigen Schritt für die Digitalisierung der Verwaltung. Die digitale Brieftasche könne aus seiner Sicht dazu beitragen, Papierverfahren zu reduzieren, Medienbrüche zu vermeiden und Abläufe für Bürger, Unternehmen und Behörden zu vereinfachen.

Nach Angaben Reichels passt die EUDI-Wallet besonders zur sächsischen Modernisierungsagenda. Dresden und Sachsen würden bereits zeigen, wie digitale Verwaltung praktisch erprobt werden könne. Die Rolle Dresdens als Pilotstadt sei aus seiner Sicht auch ein Signal für den Technologie- und Verwaltungsstandort.

Sachsen bringe nach Einschätzung Reichels gute Voraussetzungen für das Vorhaben mit. Er verweist dabei auf Kompetenzen in den Bereichen Digitalisierung, Halbleiterindustrie und IT-Sicherheit. Dieses Know-how könne nun auch bei europäischen Zukunftsprojekten wie der digitalen Brieftasche eine Rolle spielen.

Gleichzeitig betont Reichel, dass Datenschutz, Sicherheit und Praxistauglichkeit entscheidend seien. Der Gesetzentwurf lege einen Schwerpunkt auf Sicherheitsanforderungen, Zuständigkeiten und den Schutz persönlicher Daten. Wichtig sei nun, ein alltagstaugliches System zu schaffen, das Vertrauen aufbaut und Bürgern sowie Unternehmen konkret nutzt.

Die EUDI-Wallet soll langfristig dazu beitragen, digitale Verwaltungsprozesse europaweit zu vereinfachen. Welche Anwendungen in Sachsen konkret über die digitale Brieftasche nutzbar sein werden, bleibt von der weiteren Umsetzung abhängig.