Zittau/Chemnitz - Der European Peace Ride geht weiter. Nach dem Chemnitzer Kulturhauptstadtjahr 2025 starten am Freitag, 11. September, erneut Radsportler zu einer grenzüberschreitenden Tour durch mehrere Länder.
Rund 200 Teilnehmer sollen sich in Zittau auf den Weg machen. In drei Etappen führt die Strecke über etwa 500 Kilometer über Liberec in Tschechien und Dresden bis nach Chemnitz. Dort wird das Fahrerfeld am Sonntag, 13. September, erwartet.
Mit der diesjährigen Ausgabe verfolgt der European Peace Ride eine zusätzliche Mission. Nach Angaben von Organisator Kai Winkler soll die Bewerbung Deutschlands für die Tour de France 2029 unterstützt werden.
Auch die Beteiligung von Menschen mit Behinderung soll in diesem Jahr eine größere Rolle spielen. Parallel zum Hauptfeld startet in Zittau eine Gruppe von 20 teilweise schwerstbehinderten Radfahrern.
Sie absolvieren eine andere Strecke als das Hauptpeloton. Zur gemeinsamen Zieleinfahrt in Chemnitz sollen sich beide Gruppen wieder vereinen.
Der Sport dient beim European Peace Ride dabei als Verbindung zwischen verschiedenen Themen. Neben dem Radsport stehen auch gesellschaftlicher Austausch und ein Wirtschaftsdialog auf dem Programm.
Der European Peace Ride knüpft an die Geschichte der Internationalen Friedensfahrt an. Das Radrennen wurde zwischen 1948 und 2006 ausgetragen und sollte zur europäischen Verständigung beitragen.
Vor allem in der DDR und in Osteuropa entwickelte sich die Friedensfahrt zu einem bedeutenden Sportereignis. Zu den bekannten Namen gehören Täve Schur, der 1955 als erster DDR-Fahrer das Rennen gewann, sowie Steffen Wesemann. Mit fünf Gesamtsiegen war Wesemann der erfolgreichste Teilnehmer der Friedensfahrt.
Ein besonderes Teilstück führt die Fahrer in diesem Jahr nach Meerane im Landkreis Zwickau. Dort wartet die sogenannte Steile Wand, die bereits während der Internationalen Friedensfahrt zu einem legendären Streckenabschnitt wurde.
Die Fahrer müssen dort eine Steigung von zwölf Prozent bewältigen. Zusätzlich erschwert Kopfsteinpflaster die Passage. Nach Angaben der Organisatoren wurde die Strecke 1952 erstmals bei der Friedensfahrt gefahren. Insgesamt fanden dort 15 Bergwertungen statt.
Anlässlich des European Peace Ride ist an der Steilen Wand ein Familienfest geplant. Auch der frühere Radprofi Jan Ullrich wird dort erwartet.
Auf der Route liegen weitere bekannte Orte. Vorgesehen ist unter anderem ein Halt am Deutschen Uhrenmuseum in Glashütte.
Die zweite Etappe endet an der Dresdner Frauenkirche. Organisator Winkler bezeichnet sie als einen Ort, der besonders für die Botschaft der Veranstaltung stehe.
Der European Peace Ride soll weiterhin ein Zeichen für ein friedliches Miteinander in Europa setzen. Bereits im vergangenen Jahr verband die Tour sportlich die beiden europäischen Kulturhauptstädte 2025, Nova Gorica in Slowenien und Chemnitz.
Mit der diesjährigen Fahrt bleibt dieser Gedanke erhalten. Gleichzeitig soll der Radsport genutzt werden, um gesellschaftliche, wirtschaftliche und inklusive Themen miteinander zu verbinden.