Zum Tag der Deutschen Einheit ist am Samstag im Sächsischen Landtag in Dresden an die Wiedervereinigung erinnert worden. Festredner Thomas de Maizière bezeichnete die friedlich herbeigeführte deutsche Einheit als historische Leistung und für ihn persönlich als „Wunder“.
Die Feierstunde im Plenarsaal begann um 10 Uhr. Neben de Maizière sprachen Landtagspräsident Alexander Dierks und Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU). De Maizières Festrede stand unter dem Titel „Der Tag der Deutschen Einheit – Auftrag für die Zukunft“.
De Maizière erinnerte allerdings auch an Fehler im Einigungsprozess. Die staatliche Einheit Deutschlands sei zwar vollendet, die innere Einheit dagegen nicht. Nach seiner Auffassung könne diese auch nicht einfach abgeschlossen werden.
Kritisch blickte der frühere Bundesinnenminister auf das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen. Viele Menschen im Westen hätten erwartet, dass sich Ostdeutsche ihnen angleichen. De Maizière warb stattdessen für einen Zusammenhalt, der Unterschiede akzeptiert.
Hoffnung setzt er dabei auf eine Generation, die noch in der DDR aufgewachsen ist, Ausbildung und Erwachsenenleben aber im wiedervereinigten Deutschland erlebt hat. Sie trete zunehmend selbstbewusst auf und übernehme Führungspositionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Auch Sachsens Landtagspräsident Alexander Dierks stellte den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Mittelpunkt. Der 3. Oktober erinnere an den Wert von Freiheit und Demokratie.
Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte den verbindenden Charakter des Nationalfeiertags und verwies zugleich auf Deutschlands Einbindung in die Europäische Union.
Die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit findet 2026 in Bremen statt. Sachsen beteiligt sich dort ebenfalls an den Feierlichkeiten.