Mo., 04.05.2026 , 11:16 Uhr

Trotz weniger Fälle bleibt der Schaden hoch, Leipzig ist weiter Schwerpunkt

Fahrraddiebstahl in Sachsen sinkt

In Sachsen wurden 2025 weniger Fahrräder gestohlen als im Vorjahr. Der Schaden liegt dennoch bei mehr als 20 Millionen Euro.

Leipzig - Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Sachsen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen wurden 2025 insgesamt 13.133 Fälle erfasst. Das waren 2.660 Fälle weniger als im Jahr 2024 und zugleich der niedrigste Wert seit 2020.

Trotz des Rückgangs bleibt der finanzielle Schaden hoch. Die ermittelte Schadenssumme lag bei mehr als 20 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ging der Schaden um knapp vier Millionen Euro zurück. Die Aufklärungsquote blieb nahezu unverändert bei etwa 14 Prozent.

Leipzig bleibt Schwerpunkt bei Fahrraddiebstählen

Besonders viele Fahrräder wurden weiterhin im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Leipzig gestohlen. Dort wurden im Jahr 2025 mehr als 6.600 entwendete Zweiräder registriert. Auch in Leipzig war dies der niedrigste Wert der vergangenen Jahre.

Der Schaden im Bereich Leipzig lag bei fast zehn Millionen Euro. Damit bleibt die Region der Schwerpunkt beim Fahrraddiebstahl in Sachsen. Es folgen die Polizeidirektion Dresden mit 3.608 Fällen und die Polizeidirektion Chemnitz mit 1.324 Fällen.

Auffällig ist die vergleichsweise geringe Aufklärungsquote in den Großstädten Leipzig und Dresden. In Leipzig lag sie bei elf Prozent, in Dresden bei zwölf Prozent. In allen anderen Polizeidirektionen wurden mehr als 20 Prozent der Fälle aufgeklärt. In Chemnitz konnte sogar mehr als jeder vierte Fall aufgeklärt werden.

LKA empfiehlt hochwertige Fahrradschlösser

Das Landeskriminalamt Sachsen rät zum Schutz vor Diebstahl vor allem zu hochwertigen Fahrradschlössern in geprüfter Qualität. Geeignet seien insbesondere massive Bügel-, Falt- und Kettenschlösser. Auch Kabelschlösser können Schutz bieten, wenn das Kabel zum Beispiel durch Edelstahlhülsen gesichert ist.

Nach Einschätzung des LKA sind diese Schlösser zwar teurer, aus polizeilicher Sicht lohnt sich die Investition jedoch. Wichtig sei außerdem, das Fahrrad immer mit Rahmen, Vorder- und Hinterrad an einem festen Gegenstand anzuschließen. Dazu zählen Fahrradständer, Zäune oder Laternenmasten.

Das Anschließen wird auch in Kellern, Fahrradabstellräumen und Treppenhäusern empfohlen. Zudem kann ein belebter Standort Diebstähle erschweren. An gut einsehbaren und stark frequentierten Plätzen lässt sich ein Fahrrad schwerer entwenden als an einsamen Orten oder in schlecht einsehbaren Straßen.

Akku bei E-Bikes mitnehmen

Bei Elektrofahrrädern empfiehlt das LKA, wertvolle Zubehörteile wie den Akku mitzunehmen, wenn das Rad abgestellt wird. Ohne Akku sei ein Elektrofahrrad für Diebe deutlich weniger interessant. Alternativ sollte der Akku mit einem zusätzlichen stabilen Schloss gegen Diebstahl gesichert werden.

Fahrradpass kann bei Zuordnung helfen

Experten empfehlen außerdem, Fahrräder individuell mit einer Rahmen- oder Codiernummer zu kennzeichnen. So kann ein gestohlenes Fahrrad zweifelsfrei identifiziert und dem Besitzer zugeordnet werden.

Hilfreich ist auch ein Fahrradpass. Darin können wichtige Daten wie Hersteller, Marke, Typ und Rahmennummer festgehalten werden. Auch ein Foto des Fahrrads kann dort hinterlegt werden.