Mo., 28.09.2026 , 12:20 Uhr

Neun Männer in Polen festgenommen – sie sollen zu einer Autodiebesbande gehören

Fall Stoppa: Mutmaßliche Drahtzieher gefasst

Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa sind in Polen neun mutmaßliche Hintermänner einer Autodiebesbande festgenommen worden.

Lauchhammer/Zlotoryja - Mehr als 20 Monate nach dem Tod des Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa gibt es eine neue Entwicklung in den Ermittlungen. Fahnder des Landeskriminalamtes Sachsen haben gemeinsam mit polnischen Spezialeinheiten neun Männer in Polen festgenommen. Die Beschuldigten sind zwischen 19 und 54 Jahre alt und sollen zu einer Bande gehören, die über Jahre hinweg hochwertige Fahrzeuge in Deutschland gestohlen haben soll.

Nach Angaben des LKA wurden die Verdächtigen in der vergangenen Woche bei Durchsuchungen in mehreren polnischen Städten festgenommen. Sachsens LKA-Präsident Dirk Lichtenberg bezeichnete sie als mutmaßliche Drahtzieher der Bande. Die Beschuldigten befinden sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden in Auslieferungshaft.

Tod von Maximilian Stoppa löste Bestürzung aus

Der Fall hatte Anfang 2025 bundesweit für große Anteilnahme gesorgt. Der 32-jährige Maximilian Stoppa war im Januar 2025 bei einem Polizeieinsatz in Lauchhammer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ums Leben gekommen. Die Beamten waren dort gegen mutmaßliche Autodiebe im Einsatz.

Bei einer Kontrolle versuchte ein Tatverdächtiger mit einem Fahrzeug zu fliehen. Stoppa wurde dabei angefahren und tödlich verletzt. Der getötete Beamte gehörte zur Dresdner Polizei.

LKA-Präsident Lichtenberg erklärte, die Festnahmen seien für ihn auch persönlich von großer Bedeutung. Der Tod seines Kollegen sei ihm nahegegangen. Zugleich könnten die Ermittlungen dazu beitragen, Gefahren für Polizisten bei vergleichbaren Einsätzen zu verringern.

Bande soll Autos in mehreren Bundesländern gestohlen haben

Den Ermittlern zufolge soll die Gruppe zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Fahrzeuge in Deutschland gestohlen und anschließend in Polen gewinnbringend verwertet haben.

Die mutmaßlichen Taten sollen unter anderem in Sachsen, Brandenburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg begangen worden sein. Der entstandene Schaden wird von den Ermittlern auf mehr als drei Millionen Euro beziffert.

Welche konkreten Rollen die neun festgenommenen Männer innerhalb der Gruppe gespielt haben sollen, geht aus den bislang veröffentlichten Angaben nicht näher hervor. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Urteil gegen mutmaßlichen Todesfahrer noch nicht rechtskräftig

Unabhängig von den jüngsten Festnahmen beschäftigt der Tod von Maximilian Stoppa weiterhin die Justiz. Ein 27-jähriger Pole wurde im Mai 2026 vom Landgericht Cottbus wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. 

Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft legten Revision ein. Deshalb muss sich der Bundesgerichtshof mit dem Verfahren befassen. Die Staatsanwaltschaft hatte im Prozess eine Verurteilung wegen Mordes und eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert.

Die aktuellen Festnahmen betreffen nach Angaben der Ermittler mutmaßliche Hintermänner der Autodiebstähle. Wie das weitere Verfahren gegen die neun Männer verläuft, hängt unter anderem von den Ermittlungen und den Auslieferungsverfahren ab.