Fr., 14.08.2026 , 13:08 Uhr

Staatsanwaltschaft wirft Beschuldigten Millionenschäden durch Betrugsmasche vor

Falschgeld-Betrug: Zwei Angeklagte in Dresden

Zwei mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Betrügerbande sind angeklagt. Auch zwei Dresdner Unternehmer sollen um rund 240.000 Euro gebracht worden sein.

Dresden - Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 38 Jahre alten Mann und eine 39 Jahre alte Frau erhoben. Ihnen wird vorgeworfen, als Teil einer international agierenden Bande Unternehmer mit Falschgeld um Vermögenswerte in Millionenhöhe gebracht zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten mindestens seit Januar 2023 für die Gruppe tätig gewesen sein. Dem 38-Jährigen wird ein Schaden von rund 1,85 Millionen Euro zugerechnet. Bei der 39-Jährigen geht es um einen Schaden von rund 780.000 Euro.

Über die Zulassung der Anklage muss nun das Landgericht Dresden entscheiden.

Auch zwei Dresdner Unternehmer betroffen

Die mutmaßliche Betrugsmasche richtete sich gegen Unternehmer in verschiedenen Teilen Deutschlands. Unter den Geschädigten sollen sich auch zwei Dresdner befinden.

Ihnen entstand nach Angaben der Ermittler zusammen ein Schaden von etwa 240.000 Euro.

Die Gruppe soll Verkäufer zu Treffen ins Ausland gelockt haben. Dort seien ihnen hochwertige Edelmetalle als angeblicher Nachweis ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit abgenommen worden. Im Gegenzug hätten die Geschädigten Falschgeld erhalten.

Teilweise sollen potenzielle Opfer auch bei Online-Treffen aufgefordert worden sein, mittels Kryptowährungen die Liquidität ihrer Unternehmen nachzuweisen.

Festnahmen bei internationalem Polizeieinsatz

Die beiden nun Angeklagten wurden im Dezember 2025 im Zuge eines internationalen Polizeieinsatzes festgenommen. Seitdem befinden sie sich in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen haben sich die beiden Beschuldigten bislang nicht geäußert.

Am 3. Dezember fanden Durchsuchungen in Deutschland, Schweden, Belgien und Italien statt. Zuvor hatten die Ermittlungsbehörden mehrere Telefonanschlüsse überwacht.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnten durch die dabei gewonnenen Erkenntnisse weitere potenzielle Opfer gewarnt und dadurch eine Vielzahl weiterer mutmaßlicher Taten verhindert werden.

Drittes Bandenmitglied bereits verurteilt

Ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Bande ist bereits verurteilt worden. Ein 37-Jähriger erhielt eine Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren auf Bewährung.

Nach Angaben eines Sprechers ging es in diesem Verfahren um eine geringere Geldsumme als bei der aktuellen Anklage. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt.

Der nun angeklagte 38-Jährige ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits vorbestraft. Die 39-Jährige ist nicht vorbestraft.