Sa., 07.10.2023 , 12:05 Uhr

Fassung von 47 mutmaßlichen Schleusern durch stärkere Grenzkontrollen

Dresden - Seit Beginn ihrer verstärkten Kontrollen in der Grenzregion zu Polen und Tschechien vor einem Monat hat die sächsische Polizei 47 mutmaßliche Schleuser festgenommen. Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa teilte außerdem mit, dass mehr als 1.700 illegal eingereiste Migranten aufgegriffen wurden. Die meisten von ihnen kamen in Lastwagen, Kleintransportern, Autos sowie per Zug und zu Fuß nach Sachsen.

 

Die sächsische Polizei hat seit September verstärkte Kontrollen von Fahrzeugen eingeführt, die aus Polen und Tschechien nach Sachsen einreisen möchten. Schleuser versuchen, Migranten unter menschenunwürdigen Bedingungen nach Deutschland zu bringen. In vielen Fällen wurden die Migranten einfach an Bundesstraßen und Autobahnen abgesetzt, sogar mitten in der Nacht. Ein Beispiel dafür war Ende September, als an der Anschlussstelle Dresden-Flughafen auf der A4 insgesamt 23 syrische Staatsangehörige, darunter zwei Frauen und fünf Kinder, festgestellt wurden. Ein Kleinkind und ein 40-jähriger Mann waren in einem so schlechten Zustand, dass ein Notarzt gerufen werden musste.

Um den Druck auf kriminelle Schleuser zu erhöhen, wies Sachsens Innenminister Armin Schuster die sächsische Polizei im September an, die Kontrollen an den Grenzen zu Tschechien und Polen zu verstärken. Schuster hatte zuvor den polnischen Grenzschutz kritisiert, weil dieser an der EU-Außengrenze mit der illegalen Migration überfordert sei.

Die Polizei erwartet auch in den kommenden Monaten zahlreiche Schleusungsversuche nach Sachsen. Diese sollen weiterhin mit verstärkten Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen bekämpft werden. Die Bundespolizei hat in der ersten Hälfte dieses Jahres bereits rund 13.000 illegale Grenzübertritte nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnet. Im gesamten Vorjahr waren es knapp 21.000 unerlaubte Einreisen.