Mi., 22.04.2026 , 13:14 Uhr

Polizei zieht Bilanz nach Kontrollwoche im Freistaat

Fast 8.000 Temposünder in Sachsen erfasst

Bei der Kontrollwoche „Speed“ hat die Polizei in Sachsen 7.876 Tempoverstöße festgestellt. Auch Drogenfunde und Diebesgut wurden registriert.

Dresden - Die Polizei Sachsen hat im Rahmen der europaweiten Kontrollwoche „Speed“ zahlreiche Verkehrsverstöße im Freistaat festgestellt. Nach Angaben des Sächsisches Staatsministerium des Innern wurden vom 13. bis 19. April insgesamt 7.876 Verstöße gegen geltende Tempolimits registriert.

Davon entfielen 1.654 Fälle auf sogenannte Anhaltekontrollen. Dabei wurden Fahrerinnen und Fahrer direkt gestoppt und mit ihrem Verhalten konfrontiert. Weitere 6.222 Geschwindigkeitsverstöße wurden automatisiert erfasst und zur Anzeige gebracht.

Neben Tempoverstößen deckten die Einsatzkräfte weitere Delikte auf. In vier Fällen wurden laut Polizei illegale Drogen gefunden. Zwei kontrollierte Personen verfügten demnach nicht über eine Aufenthaltserlaubnis. Zudem wurden elf Personen festgestellt, nach denen bereits polizeilich gesucht wurde. In 29 Fällen konnte Diebesgut sichergestellt werden.

Die Aktionswoche ist Teil einer europaweiten Initiative des Polizeinetzwerks Roadpol. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsunfallopfer zu senken und auf die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen.

Sachsen beteiligt sich regelmäßig an der Kontrollwoche, verzichtet jedoch seit Jahren auf den innerhalb des Aktionszeitraums stattfindenden 24-stündigen „Blitzermarathon“. Als Grund wurde in der Vergangenheit der hohe planerische und personelle Aufwand genannt.

Unterschiedlich fällt die Bewertung solcher Schwerpunktaktionen aus. Kritiker fordern dauerhaft mehr Kontrollen über das gesamte Jahr hinweg. Der ADAC bewertet die Aktion hingegen positiv. Sie könne dazu beitragen, Verkehrsteilnehmer für Risiken schnellen Fahrens zu sensibilisieren.

Parallel läuft in Sachsen aktuell die Aktion „Blitz für Kids“. Dabei kontrollieren Polizeibeamte gemeinsam mit Grundschulkindern in der Nähe von Schulen die Geschwindigkeit von Autofahrenden. Die Initiative gibt es bereits seit 1995.

Zum Auftakt wurden nach Angaben der Polizeidirektion Chemnitz in Chemnitz, dem Erzgebirgskreis und im Landkreis Mittelsachsen neun Kontrollen durchgeführt. Von 244 gemessenen Fahrzeugen waren 37 zu schnell unterwegs. In allen Fällen handelte es sich um Verstöße im Verwarnungsgeldbereich. Die betroffenen Fahrer erhielten von den Kindern symbolisch eine „gelbe Karte“.

Die Aktion „Blitz für Kids“ läuft noch bis zum Monatsende. Eine weitere Kontrollwoche „Speed“ ist europaweit für August geplant.