Di., 18.08.2026 , 11:05 Uhr

Barmer-Auswertung zeigt Anstieg bei Sprachproblemen in Sachsen

Fast jedes vierte Vorschulkind mit Sprachstörung

Fast jedes vierte Vorschulkind in Sachsen weist laut Barmer eine Sprachstörung auf. Auch motorische Entwicklungsstörungen haben seit 2005 zugenommen.

Dresden - Nach Berechnungen der Krankenkasse Barmer zeigten im Jahr 2024 rund 23,8 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen entsprechende Auffälligkeiten. Damit ist fast jedes vierte Kind dieser Altersgruppe betroffen.

Im Vergleich zu früheren Jahren ist der Anteil gestiegen. 2005 lag er den Angaben zufolge noch bei 19,8 Prozent. Die Auswertung zeigt damit über einen Zeitraum von knapp zwei Jahrzehnten einen Anstieg um vier Prozentpunkte.

Neben sprachlichen Auffälligkeiten wurden auch motorische Entwicklungsstörungen untersucht. Diese betrafen rund 8,3 Prozent der Kinder unter sechs Jahren. Gegenüber dem Jahr 2005 entspricht das laut Barmer einer Steigerung um 26 Prozent. Jungen sind den Angaben zufolge häufiger von Entwicklungsstörungen betroffen als Mädchen.

Für die Berechnung wertete die Krankenkasse anonymisierte Daten aus. Diese wurden auf Grundlage von Angaben des Statistischen Bundesamtes standardisiert und auf die Bevölkerung hochgerechnet.

Barmer betont Bedeutung persönlicher Interaktion

Claudia Beutmann, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Sachsen, verweist auf die Bedeutung von Sprechen, Spielen und Bewegung für die frühkindliche Entwicklung. Kinder bräuchten von Beginn an ausreichend Möglichkeiten, sich auszutauschen, gemeinsam zu spielen und körperlich aktiv zu sein.

Neben der sprachlichen und motorischen Entwicklung würden dadurch auch soziale Kompetenzen gefördert. Verlässliche persönliche Kontakte seien deshalb besonders wichtig.

Mit Blick auf digitale Medien betont die Krankenkasse, dass diese persönliche Zuwendung nicht ersetzen könnten. Vor allem in den ersten Lebensjahren seien direkte Interaktionen und gemeinsame Erlebnisse entscheidend. Einen direkten ursächlichen Zusammenhang zwischen der Mediennutzung und dem in der Auswertung festgestellten Anstieg der Entwicklungsstörungen belegen die vorliegenden Angaben allerdings nicht.