Do., 13.08.2026 , 16:12 Uhr

Highfield pausiert, Dixieland kürzt – Veranstalter kämpfen mit steigenden Kosten

Festivals in Sachsen unter Kostendruck

Steigende Gagen, hohe Produktionskosten und neue Sicherheitsauflagen setzen Sachsens Festivals unter Druck. Das Highfield legt 2027 eine Pause ein.

Festivals kämpfen mit steigenden Kosten

Leipzig/Dresden. Sachsens Festivalbranche steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Besonders deutlich zeigt sich das beim Highfield Festival am Störmthaler See bei Leipzig. Vom 13. bis 16. August 2026 findet das Festival unter dem Motto „One Last Dance“ statt. Im kommenden Jahr soll es zunächst pausieren. Die Veranstalter Semmel Concerts und FKP Scorpio begründen die Entscheidung vor allem mit stark gestiegenen Kosten und einer gesunkenen Nachfrage.

Nach Angaben der Veranstalter sind die Ausgaben für Personal, Material, Künstlergagen und Energie im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie um rund 45 Prozent gestiegen. Gleichzeitig belasten höhere Lebenshaltungskosten viele potenzielle Besucher. Zuletzt kamen rund 28.000 Menschen zum Highfield, während es in früheren Jahren bis zu 35.000 waren.

Auch der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sieht die Branche unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Geschäftsführer Johannes Everke verweist auf deutlich gestiegene Produktionskosten und stark erhöhte Gagenforderungen von Künstlerinnen und Künstlern. Teilweise hätten sich diese sogar verdreifacht.

Trotzdem bleiben Festivals nach Einschätzung des Verbandes grundsätzlich gefragt. Neben der Musik spiele vor allem das gemeinsame Erlebnis eine wichtige Rolle. Gleichzeitig seien die Ansprüche vieler Gäste an Komfort gestiegen. Wohnmobile, besondere Campingangebote oder VIP-Pakete gehören inzwischen bei vielen Veranstaltungen zum Angebot. Beim Highfield kostet ein dreitägiges VIP-Platin-Upgrade beispielsweise 699 Euro zusätzlich zum regulären Festivalticket von 159 Euro.

Die steigenden Gesamtkosten führen nach Einschätzung Everkes dazu, dass sich Besucher häufiger nur noch für ein Festival pro Jahr entscheiden. Umso wichtiger werde es für Veranstalter, eine eigene Atmosphäre und eine langfristig gebundene Community aufzubauen.

Wave-Gotik-Treffen setzt auf Stammpublikum

Dass Festivals auch unter den aktuellen Bedingungen wirtschaftlich stabil funktionieren können, zeigt das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Das WGT zieht seit Jahren rund 20.000 Besucher an. Veranstalter Cornelius Brach sieht vor allem das große Stammpublikum als wichtigen Faktor.

Zudem setzt das Festival nicht ausschließlich auf große Musikacts. Zum Programm gehören auch Ausstellungen, Lesungen, Konzerte an ungewöhnlichen Orten sowie das mittelalterlich geprägte Heidnische Dorf. Um die Ticketpreise möglichst stabil zu halten, versucht das WGT nach Angaben des Veranstalters, an verschiedenen Stellen Kosten einzusparen.

Sicherheitsauflagen belasten Dixieland Festival

Auch das Internationale Dixieland Festival in Dresden spürt den Kostendruck. Bereits im vergangenen Jahr musste die Jazzmeile auf der Prager Straße reduziert werden. Nach Angaben der Veranstalter wären rund 120.000 Euro zusätzlich nötig gewesen, um erhöhte Sicherheitsauflagen vollständig umzusetzen.

In diesem Jahr fiel zudem die traditionelle Abschlussparade aus. Die Veranstalter kritisieren, dass hohe Kosten für Maßnahmen zum Schutz vor möglichen Terroranschlägen zunehmend bei Kulturveranstaltern und Vereinen hängen bleiben. Aus ihrer Sicht gehört die Terrorabwehr zu den gesamtstaatlichen Aufgaben.

Beim Highfield hoffen die Verantwortlichen unterdessen auf eine Zukunft nach der angekündigten Pause. Dieter Semmelmann, Geschäftsführer der Semmel Concerts Entertainment GmbH, erklärte, dass in den kommenden Monaten ein neues Konzept entwickelt werden solle. Ziel sei eine wirtschaftlich tragfähige Lösung, die dem Festival langfristig eine Perspektive gibt.