Dresden - Am 1. September 2026 sind Feuerwehr und Rettungsdienst in Dresden-Klotzsche zu einer ungewöhnlichen medizinisch-technischen Hilfeleistung gerufen worden. Ein 52-jähriger Mann konnte einen festsitzenden Edelstahlring im Intimbereich nicht mehr selbstständig entfernen.
Nach Angaben der Feuerwehr befand sich der etwa 1,5 Zentimeter starke Ring bereits seit den Abendstunden des 31. August um den Penis des Mannes. Nachdem eigene Versuche, den Ring zu entfernen, erfolglos geblieben waren, wurden am folgenden Mittag Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert.
Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde das weitere Vorgehen mit dem Rettungsdienst abgestimmt. Die Feuerwehr entschied sich dafür, den Edelstahlring mit einem speziellen elektrischen Trennwerkzeug zu durchtrennen.
Der Ring wurde vorsichtig an zwei Stellen getrennt. Während der Arbeiten kühlten die Einsatzkräfte den betroffenen Bereich kontinuierlich mit Wasser. Dadurch sollte verhindert werden, dass sich das Metall durch den Einsatz des Trennwerkzeugs zu stark erhitzt.
Die technische Rettung verlief nach Angaben der Feuerwehr ohne Komplikationen. Anschließend untersuchte der Rettungsdienst den 52-Jährigen. Weitere medizinische Maßnahmen waren nicht erforderlich.
Insgesamt waren zwei Einsatzkräfte der Rettungswache Neustadt sowie sechs Einsatzkräfte der Feuer- und Rettungswache Albertstadt beteiligt.
Dort hält die Feuerwehr Dresden spezielle Werkzeuge für technische Hilfeleistungen vor, bei denen größere Rettungsgeräte wegen begrenzter Platzverhältnisse oder der erforderlichen Präzision nicht eingesetzt werden können.
Solche Geräte kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn festsitzende Ringe von Fingern entfernt werden müssen oder Personen aus Maschinen und technischen Anlagen befreit werden sollen.
Feuerwehrsprecher Michael Klahre erklärt, dass nicht jede technische Rettung mit großem Gerät durchgeführt werden könne. Gerade bei Einsätzen auf engem Raum sei es wichtig, möglichst präzise und schonend zu arbeiten. Die dafür vorgehaltenen Spezialwerkzeuge ermöglichten den Einsatzkräften, auch unter solchen Bedingungen sicher Hilfe zu leisten.
Die Entfernung festsitzender Ringe an Fingern gehört laut Klahre inzwischen zu den wiederkehrenden Hilfeleistungen der Dresdner Feuerwehr. Der Einsatz in Klotzsche stellte aufgrund der betroffenen Körperstelle jedoch eine ungewöhnliche Variante einer solchen technischen Rettung dar.