Dresden - Die Frauenkirche Dresden ist in der kommenden Woche vorübergehend für Gäste nicht zugänglich. Wie die Stiftung Frauenkirche mitteilte, bleibt das Dresdner Wahrzeichen vom 12. bis 17. Januar aufgrund umfangreicher Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten geschlossen.
Rund 40 Fachkräfte aus unterschiedlichen Gewerken sind in dieser Zeit im Einsatz. Dazu zählen unter anderem Tischler, Maler, Restauratoren und Elektrotechniker. Ziel der Maßnahmen ist es, das stark frequentierte Gotteshaus technisch und baulich instand zu halten.
Zu den geplanten Arbeiten gehören unter anderem Holzreparaturen, Ausbesserungen am Innenanstrich sowie Instandsetzungen an Türen und Steinverfugungen. Auch Brandschutzvorrichtungen werden überprüft und gewartet. Darüber hinaus werden Lüfter im Hauptkuppelraum erneuert, die Beleuchtung der Innenkuppel kontrolliert und die Lichtsteuersoftware aktualisiert.
In den letzten beiden Tagen der Schließung erfolgt zudem eine gründliche Reinigung der Kirche – von der Unterkirche bis hinauf zur Laterne.
Für die aktuellen Wartungsarbeiten sind nach Angaben der Stiftung rund 50.000 Euro eingeplant. Damit liegen die Kosten über denen der vergangenen Jahre. Als Grund nennt die Stiftung unter anderem allgemeine Preissteigerungen. Zusätzlich werden Arbeiten am Fußboden auch nach dem Ende der Besucherschließung in den kommenden Wochen fortgesetzt.
Stiftungsarchitekt Thomas Gottschlich verweist auf die besonderen Anforderungen des Bauwerks. Als Großkirche mit hoher Nutzungsdichte, rund zwei Millionen Besuchern jährlich und komplexer Bauphysik sei eine kontinuierliche fachliche Wartung unerlässlich. Mit zunehmendem Alter des Gebäudes wachse der organisatorische und finanzielle Aufwand weiter.
Die Frauenkirche war im Zweiten Weltkrieg nach Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber eingestürzt. Nach der politischen Wende wurde sie mit Spenden aus dem In- und Ausland wieder aufgebaut. Im Jahr 2005 erfolgte die Weihe des Gotteshauses, das heute als Symbol für Versöhnung und Völkerverständigung gilt.
Stiftungsgeschäftsführerin Maria Noth betont, dass mit dem Eintritt in die dritte Dekade seit der Wiederweihe sowohl die Anforderungen als auch die Kosten für den baulichen Erhalt steigen. Obwohl sich die gemeinnützige Stiftung wirtschaftlich selbst trägt, bleibe sie weiterhin auf Spenden angewiesen.