Zum Internationalen Frauentag am Sonntag fordern Politikerinnen verschiedener Parteien mehr Gleichberechtigung in Gesellschaft und Politik. Auch in Sachsen sind Demonstrationen, Aktionen und Kundgebungen angekündigt. Dabei geht es laut Initiatoren nicht nur darum, bisherige Fortschritte zu verteidigen, sondern weitere Schritte in Richtung Gleichstellung zu erreichen.
Die Leipziger Landtagsabgeordnete Juliane Nagel (Linke) verwies auf bestehende Ungleichheiten bei der Bezahlung. Trotz gleicher Qualifikation, gleicher Arbeitszeit und vergleichbarer Tätigkeiten verdienen Frauen in Sachsen nach ihren Angaben durchschnittlich 8,5 Prozent weniger als Männer. Dieser sogenannte Gender Pay Gap sei eine Ungerechtigkeit, für die es keine sachliche Begründung gebe.
Neben der Bezahlung verwies Nagel auch auf die Verteilung von unbezahlter Arbeit im Alltag. Viele Menschen müssten ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich um Kinder, Haushalt oder pflegebedürftige Angehörige zu kümmern. Frauen übernähmen dabei weiterhin einen größeren Anteil dieser Aufgaben. In Sachsen leisten sie im Schnitt rund 30 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche, Männer etwa 20 Stunden.
Auch aus den Reihen der Grünen kommt Kritik an bestehenden Strukturen. Die Politikerin Katja Meier fordert verbindliche Maßnahmen zur Gleichstellung. Dazu gehörten klare Ziele, feste Zuständigkeiten in den Ministerien und messbare Fortschritte in Bereichen wie Bezahlung, Karrierechancen, politischer Beteiligung oder Gesundheitsversorgung.
Zum Frauentag sind in mehreren Städten Veranstaltungen geplant. In Dresden kündigten die Piraten eine Aktion auf dem Neumarkt an. Unter dem Motto „Papier kannste knicken, Gleichberechtigung nicht“ wollen sie selbstgebastelte Papierblumen verteilen. In den Blüten sollen Informationen zu bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern stehen. Auch in anderen Städten Sachsens sind Kundgebungen und Aktionen zum Internationalen Frauentag vorgesehen.