Di., 03.11.2026 , 10:19 Uhr

Ermittler durchsuchen Wohnungen in sechs Städten, darunter Leipzig und Dresden

Fünf Festnahmen bei Razzien gegen Kollektiv Zwickau

Zwölf Personen stehen im Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Bei Durchsuchungen in mehreren Städten, darunter Leipzig, wurden fünf Männer festgenommen.

Dresden - Die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln gegen zwölf Personen im Alter zwischen 18 und 36 Jahren wegen des Verdachts der Bildung krimineller Vereinigungen. Im Mittelpunkt steht die politische Gruppe „Kollektiv Zwickau“, deren Mitglieder sich nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler im Jahr 2022 zusammengeschlossen haben sollen. Bei einem groß angelegten Polizeieinsatz am Dienstag, dem 3. November 2026, wurden fünf Beschuldigte festgenommen. Auch in Leipzig fanden Durchsuchungen statt.

Ermittlungen gegen zwölf Beschuldigte

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden und des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums (PTAZ) des Landeskriminalamts Sachsen soll sich die Gruppe im Jahr 2022 in Zwickau gegründet haben. Die Ermittlungsbehörden beschreiben das „Kollektiv Zwickau“ als politische, kommunistische Gruppierung, die sich gegen rechtsradikale und menschenfeindliche Strukturen richten wollte.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, sich über mehrere Jahre hinweg zur Begehung von Straftaten verabredet zu haben. Dazu sollen insbesondere Körperverletzungsdelikte gegen politisch Andersdenkende sowie Sachbeschädigungen gehört haben.

Ob und in welchem Umfang die einzelnen Beschuldigten an konkreten Straftaten beteiligt gewesen sein sollen, geht aus der gemeinsamen Medieninformation nicht hervor.

Durchsuchungen auch in Leipzig und Dresden

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden erließ das Amtsgericht Dresden Haftbefehle gegen vier Beschuldigte im Alter von zweimal 22, 33 und 36 Jahren. Zudem ordnete das Gericht zahlreiche Wohnungsdurchsuchungen an.

Die Ermittler durchsuchten Objekte in Zwickau, Dresden, Leipzig, Saalfeld, Bremen und Hamburg. Damit erstreckte sich der Polizeieinsatz auf mehrere Bundesländer.

Die Maßnahmen wurden vom Landeskriminalamt Sachsen durchgeführt. In Thüringen, Hamburg und Bremen unterstützten Beamte der jeweiligen Landeskriminalämter die Durchsuchungen.

Welche Wohnungen und Objekte in Leipzig konkret betroffen waren, teilten die Ermittlungsbehörden nicht mit.

Fünfter Beschuldigter nach Angriff festgenommen

Vier der fünf Festnahmen erfolgten auf Grundlage bereits bestehender Haftbefehle. Die Beschuldigten wurden im Zuge des Polizeieinsatzes festgenommen.

Ein weiterer Mann im Alter von 20 Jahren wurde vorläufig festgenommen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll er während einer Durchsuchung einen Polizeibeamten tätlich angegriffen haben. Die vorläufige Festnahme erfolgte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Dresden.

Alle fünf Festgenommenen sollen noch am Dienstag dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden vorgeführt werden. Dort soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Ermittlungen und Durchsuchungen dauern an

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der gemeinsamen Medieninformation waren die Durchsuchungsmaßnahmen noch nicht abgeschlossen. Angaben zu möglichen Beweismitteln oder sichergestellten Gegenständen machten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt zunächst nicht.

Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen zwölf Beschuldigte. Welche weiteren strafrechtlichen Vorwürfe neben dem Verdacht der Bildung krimineller Vereinigungen geprüft werden, wurde nicht näher erläutert.

Für sämtliche Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung. Ob es zu einer Anklage kommt, ist derzeit offen.