Mo., 13.04.2026 , 10:26 Uhr

Nach Grillen in Innenräumen mussten fünf Personen in Kliniken gebracht werden

Fünf Verletzte nach Kohlenmonoxid-Vergiftung in Dresden

In Dresden-Prohlis sind fünf Menschen nach einem Grillen in Innenräumen mit erhöhten Kohlenmonoxidwerten ins Krankenhaus gebracht worden.

Dresden - Nach einem mutmaßlichen Kohlenmonoxidvorfall in Dresden-Prohlis sind in der Nacht zum Sonntag fünf Personen in Krankenhäuser gebracht worden. Wie die Feuerwehr Dresden mitteilte, wurden Feuerwehr und Rettungsdienst am 12. April 2026 um 22:26 Uhr in die Senftenberger Straße alarmiert. Der Einsatz dauerte demnach bis 00:28 Uhr.

Bereits auf der Anfahrt erhielten die Einsatzkräfte nach Angaben der Integrierten Regionalleitstelle den Hinweis, dass mehrere Stunden nach einem Familiengrillen in einer Wohnung gesundheitliche Beschwerden aufgetreten waren. Nach ersten Erkenntnissen war ein Holzkohlegrill im Innenraum betrieben worden.

Vor Ort trafen die Einsatzkräfte insgesamt fünf betroffene Personen an. Dabei handelte es sich laut Feuerwehr um drei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 19 und 44 Jahren. Mehrere von ihnen klagten über typische Beschwerden einer Kohlenmonoxidbelastung, insbesondere über Kopfschmerzen.

Die Feuerwehr führte bei allen Betroffenen Messungen mit einem speziellen CO-Messgerät durch. Dabei wurden erhöhte Kohlenmonoxidwerte im Blut festgestellt. Auf Grundlage der Einschätzung des Notarztes wurden alle fünf Personen zur weiteren Behandlung und Abklärung in Krankenhäuser transportiert. Um den Transport schnell sicherzustellen, forderten die Einsatzkräfte zusätzliche Rettungswagen an. Die Verteilung auf geeignete Kliniken übernahm der Organisatorische Leiter Rettungsdienst.

Im Einsatz waren insgesamt zehn Kräfte der Feuer- und Rettungswachen Striesen und Altstadt sowie der Rettungswache Reick.

Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas und deshalb für Menschen nicht wahrnehmbar. Es entsteht, wenn kohlenstoffhaltige Stoffe unvollständig verbrennen. Typische Quellen sind unter anderem Holzkohlegrills, Kaminöfen, Gasthermen, Heizgeräte oder laufende Motoren in geschlossenen Räumen. Besonders gefährlich wird es, wenn solche Geräte in Innenräumen oder schlecht belüfteten Bereichen betrieben werden.

Das Gas bindet sich im Blut deutlich stärker an Hämoglobin als Sauerstoff. Dadurch wird der Sauerstofftransport im Körper eingeschränkt. Die Folge kann eine innere Erstickung sein, bei der Organe und Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Besonders empfindlich reagieren dabei Gehirn und Herz. Schon bei vergleichsweise niedrigen Konzentrationen können Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit auftreten. Bei höherer Belastung sind auch Bewusstlosigkeit und lebensbedrohliche Zustände möglich. Nach Angaben der Feuerwehr können Beschwerden zudem zeitverzögert einsetzen.

Die Feuerwehr Dresden warnt deshalb ausdrücklich davor, Holzkohlegrills oder andere offene Feuerstellen in geschlossenen Räumen zu betreiben. Dabei bestehe akute Lebensgefahr.