Do., 16.04.2026 , 11:46 Uhr

Gewerkschaft drängt auf schnelle Umsetzung von Empfehlungen

GEW fordert Entlastung für Lehrkräfte

Die GEW Sachsen fordert konkrete Maßnahmen zur Entlastung von Lehrkräften. Grundlage sind Ergebnisse einer aktuellen Arbeitszeituntersuchung.

Leipzig - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen fordert eine zügige Umsetzung der Empfehlungen eines Expertengremiums zur Arbeitszeit von Lehrkräften und Schulleitungen. Hintergrund ist eine aktuelle Untersuchung, die eine hohe Belastung im Schulalltag bestätigt.

Nach Angaben der GEW Sachsen richtet sich die Forderung an das Sächsische Staatsministerium für Kultus sowie an die politisch Verantwortlichen. Zwar begrüßt die Gewerkschaft die Ankündigung von Kultusminister Christian Piwarz, Gespräche mit Betroffenen zu führen, mahnt jedoch gleichzeitig schnelle Verhandlungen und konkrete Maßnahmen an.

Hohe Belastung seit Jahren Thema

Die stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen, Claudia Maaß, verweist darauf, dass die Arbeitsbelastung von Lehrkräften seit Jahren bekannt sei. Bereits 2023 habe die Gewerkschaft eine eigene Arbeitszeitstudie finanziert, deren Ergebnisse in eine ähnliche Richtung gingen.

Die aktuelle Untersuchung eines Expertengremiums, an der sich mehr als 4.000 Lehrkräfte und Schulleitungen beteiligt haben, bestätige diese Einschätzung. Aus Sicht der GEW handelt es sich bei den Empfehlungen nicht um unverbindliche Vorschläge, sondern um einen klaren Handlungsauftrag.

Konkrete Forderungen der GEW

Die Gewerkschaft fordert sowohl kurzfristige Entlastungsmaßnahmen als auch langfristige strukturelle Veränderungen. Zu den zentralen Punkten gehören:

Darüber hinaus fordert die GEW zusätzliche Unterstützung durch weiteres Personal, etwa in den Bereichen Schulassistenz, Verwaltung, Sozialarbeit, Schulpsychologie und IT.

Fokus auf Arbeits- und Gesundheitsschutz

Ein zentraler Aspekt der Forderungen ist aus Sicht der GEW der Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Einführung einer Arbeitszeiterfassung wird dabei als wichtiges Instrument betrachtet, um die tatsächliche Belastung transparent zu machen und langfristig zu reduzieren.

Gleichzeitig spricht sich die Gewerkschaft dafür aus, zusätzliche Aufgaben und Berichtspflichten kritisch zu überprüfen und gegebenenfalls zu reduzieren. Ziel sei es, Lehrkräfte stärker auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren.

Forderung nach Transparenz und Mitbestimmung

Neben konkreten Maßnahmen fordert die GEW Sachsen auch mehr Transparenz im weiteren Verfahren. Der Abschlussbericht der Arbeitszeituntersuchung solle vollständig veröffentlicht werden. Zudem müsse die Umsetzung der Empfehlungen unter Einbeziehung der Gewerkschaften und des Hauptpersonalrats erfolgen.

Aus Sicht der GEW ist der Handlungsbedarf klar belegt. Nun komme es darauf an, die Erkenntnisse zeitnah in konkrete Verbesserungen für Lehrkräfte und Schulleitungen zu überführen.