So., 09.08.2026 , 11:50 Uhr

GEW warnt vor Frust und Abwanderung bei Lehrern in Sachsen

Dresden – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht keine Voraussetzungen für einen guten Start ins neue Schuljahr. Gerade beim Lehrernachwuchs gebe es viel Frust, sagte GEW-Chef Burkhard Naumann.

Referendare sollen künftig statt 12 Stunden pro Woche 14 Stunden im Unterricht zum Einsatz kommen. Das Kultusministerium verspricht sich davon eine Erhöhung der Kapazität um 150.000 Stunden und damit ein Mittel, den Unterrichtsausfall zu minimieren. Naumann rechnet durch die höhere Belastung im Referendariat mit mehr Abbrüchen.

Bereits im Februar gab es Unmut bei den angehenden Lehrkräften. Das Ministerium hatte die sogenannte Landprämie für fast alle Referendare an Grundschulen gestrichen. Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst erhalten einen Grundbetrag von 1.795,10 Euro pro Monat (brutto). Wer außerhalb von Dresden und Leipzig ein Referendariat aufnahm, bekam einen Sonderzuschlag von monatlich 1.250 Euro brutto. Für Naumann ist die Streichung bei den Grundschulen ein Vertrauensbruch. Die Betroffenen hätten sich unter der Voraussetzung beworben, diesen Zuschlag zu bekommen.

«Die Referendare werden zur Bedarfsdeckung genutzt, ohne dass sie eine angemessene Vergütung bekommen», sagte Naumann. Durch solche Entscheidungen in den vergangenen Jahren habe man die Leute verschreckt. Es sei kein Wunder, wenn sich gerade junge Lehrkräfte jetzt nach einem Job in Sachsen-Anhalt oder Thüringen umsehen. «Wir haben eine Abwanderungsbewegung aus Sachsen und eine hohe Unzufriedenheit an den Schulen. Das ist bei dem aktuellen Lehrkräftemangel hochriskant. Es ist nicht gut, wenn das neue Schuljahr mit Frust beginnt.» (dpa)