Görlitz - Die kriminaltechnischen Untersuchungen am eingestürzten Haus auf der James-von-Moltke-Straße in Görlitz sind abgeschlossen. Das teilten die Staatsanwaltschaft Görlitz und die Polizeidirektion Görlitz in einer gemeinsamen Medieninformation mit. Demnach wurden die umfangreichen und aufwändigen Arbeiten am Freitag, dem 19. Juni 2026, beendet.
Die zeitweise stillgelegten Gasrohrleitungen wurden sachverständig geprüft und für den regulären Betrieb wieder freigegeben. Wann die betroffene Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit nicht absehbar. Die Wiederherstellung des betroffenen Gebäudes sowie der Statik umliegender Häuser liegt nach Angaben der Behörden bei den jeweiligen Eigentümern.
Nach ersten gutachterlichen Feststellungen verdichtet sich der Verdacht, dass eine Explosion eines Gas-Luft-Gemisches Ursache des Unglücks war. Ein Defekt an den Gasleitungen der Stadtwerke Görlitz wird nach bisherigen Erkenntnissen als Auslöser ausgeschlossen.
Die weiteren Untersuchungen des gesicherten Spurenmaterials werden nach Angaben der Behörden geraume Zeit in Anspruch nehmen. Dabei geht es unter anderem um DNA-Spuren, daktyloskopische Spuren und Formspuren sowie um die Erstellung beauftragter Sachverständigengutachten.
Gesichert wurden laut Mitteilung unter anderem sämtliche Teile der Gasinstallation, die sich ausschließlich im Keller des eingestürzten Gebäudes befand. Diese Teile sollen nun durch das Landeskriminalamt Sachsen als 3D-Modell rekonstruiert werden. Damit soll geprüft werden, ob es Hinweise auf Manipulationen an Abschnitten des Leitungssystems im Kellergeschoss vor der Explosion gibt oder ob die festgestellten Beschädigungen lediglich Folgen der Explosion sind.
Nach einem öffentlichen Zeugenaufruf vom 7. Juni 2026 gingen bislang elf Hinweise ein. Diese seien allesamt geprüft worden. Sie helfen den Ermittlern vor allem dabei, die Bewegungsbilder der beiden Tatverdächtigen am Tag des Unglücks weiter zu vervollständigen. Die Behörden setzen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Auch im Wege der Rechtshilfe mit der Republik Polen laufen weitere Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft Görlitz stellte nach eigenen Angaben zusätzliche Ermittlungsersuchen an das Nachbarland. Erste Ergebnisse liegen demnach bereits vor, darunter übermittelte Telefonverbindungsdaten.
Die Ermittlungen dauern weiter an und werden laut Staatsanwaltschaft und Polizei weiterhin ergebnisoffen geführt. Zugleich stellten die Behörden klar, dass nicht wegen Menschenhandels ermittelt wird. Weitere Auskünfte können derzeit nicht erteilt werden.