Do., 29.10.2026 , 10:15 Uhr

LKA übernimmt Ermittlungen nach betrügerischem Goldankauf in Limbach-Oberfrohna

Goldbetrug in Sachsen: Fast 500.000 Euro Schaden

Betrüger lockten in Limbach-Oberfrohna mit hohen Goldpreisen. Kunden erhielten kein Geld, der Schaden liegt bei knapp 500.000 Euro. Jetzt sucht das LKA Zeugen.

Limbach-Oberfrohna - Ein vermeintlich lukratives Geschäft mit Gold hat in Limbach-Oberfrohna einen Schaden von knapp 500.000 Euro verursacht. Unbekannte Betrüger eröffneten Ende September ein Ladengeschäft, warben mit überdurchschnittlich hohen Ankaufspreisen und verschwanden kurze Zeit später mit den Wertgegenständen ihrer Kunden. Die versprochenen Zahlungen blieben aus. Inzwischen hat das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen die Ermittlungen übernommen und sucht nach weiteren Geschädigten und Zeugen.

Hohe Ankaufspreise sollten Kunden anlocken

Am 28. September 2026 eröffneten die bislang unbekannten Täter in der Moritzstraße 1 in Limbach-Oberfrohna ein Geschäft für den Ankauf von Edelmetallen. Um Kunden anzulocken, schalteten sie Anzeigen in lokalen Zeitungen und verteilten Werbeflyer, die den Zeitungen beilagen.

Darin versprachen die angeblichen Goldhändler Ankaufspreise, die über dem aktuellen Marktwert lagen. Mehrere Kunden ließen sich auf die Angebote ein und übergaben ihre Wertgegenstände. Die vereinbarten Verkaufserlöse sollten anschließend überwiesen werden. Doch auf das versprochene Geld warteten die Betroffenen vergeblich.

Bereits nach wenigen Ankaufstagen waren die Betreiber verschwunden. Das Geschäft wurde vollständig geräumt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler beläuft sich der entstandene Schaden auf knapp 500.000 Euro.

Geschädigter übergab zwei Goldbarren

Bereits am 2. Oktober hatte die Polizeidirektion Zwickau über einen konkreten Betrugsfall berichtet. Ein Mann war durch eine Zeitungsanzeige auf das vermeintliche Goldgeschäft aufmerksam geworden.

Am 30. September übergab er den angeblichen Händlern zwei Goldbarren. Dafür sollte er innerhalb weniger Tage einen sechsstelligen Betrag auf sein Bankkonto erhalten. Als die Zahlung ausblieb und der Mann erneut das Geschäft aufsuchen wollte, fand er nur noch die vollständig geräumten Räumlichkeiten vor.

Bei den anschließenden Ermittlungen kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Drei Polizeibeamte klagten nach dem Betreten des Geschäfts über gesundheitliche Beschwerden. Ursache waren laut Polizei bestimmte Chemikalien in den Räumlichkeiten. Die betroffenen Beamten mussten medizinisch versorgt werden, zwei von ihnen stationär im Krankenhaus.

Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen

Aufgrund des hohen Schadens und der bislang ungeklärten Hintergründe ermittelt inzwischen das Landeskriminalamt Sachsen in den Fällen des betrügerischen Goldankaufs.

Die Ermittler bitten insbesondere Personen um Unterstützung, die zwischen dem 26. und 30. September 2026 Beobachtungen im Bereich der Moritzstraße 1 gemacht haben.

Gesucht werden Zeugen, die Angaben zu den Betreibern des Geschäfts, weiteren beteiligten Personen oder auffälligen Fahrzeugen machen können. Auch Menschen, die selbst Gold oder andere Edelmetalle in dem Geschäft verkauft und bislang keine Zahlung erhalten haben, sollen sich melden.

LKA bittet um Hinweise aus der Bevölkerung

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Sachsen unter folgender Telefonnummer entgegen:

Telefon: 0371 4994859

Erreichbarkeit: Montag bis Freitag, 7:00 bis 16:00 Uhr

Die Ermittler hoffen, durch zusätzliche Zeugenaussagen weitere Erkenntnisse über die Identität der Täter und den Ablauf der Betrugsfälle zu gewinnen.

Polizei warnt vor vermeintlich lukrativen Angeboten

Die Polizeidirektion Zwickau hatte bereits Anfang Oktober dazu geraten, bei besonders hohen Ankaufspreisen für Gold vorsichtig zu sein. Verbraucher sollten die Seriosität eines Händlers überprüfen und sich nicht durch zeitlich begrenzte Angebote unter Druck setzen lassen.

Außerdem empfiehlt die Polizei, vor dem Verkauf wertvoller Gegenstände Rücksprache mit Vertrauenspersonen zu halten. Wertgegenstände sollten unbekannten Personen grundsätzlich nicht ohne direkte finanzielle Gegenleistung überlassen werden.

Die Ermittlungen zu den Betrugsfällen in Limbach-Oberfrohna dauern an.