In Görlitz fällt der Startschuss für ein europaweit beachtetes Energieprojekt. Mit einem symbolischen Spatenstich beginnt der Bau des ersten Abschnitts des Fernwärmenetzes „United Heat“.
Das Vorhaben verbindet die Städte Görlitz und Zgorzelec und soll die Wärmeversorgung bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umstellen.
Zum Baustart werden hochrangige Vertreter aus beiden Ländern erwartet, darunter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie Polens Energieminister Milosz Motyka. Das Projekt gilt als wichtiger Schritt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Europa.
Nach Angaben der Stadtwerke entsteht mit „United Heat“ das erste klimaneutrale Fernwärmenetz, das Deutschland und Polen verbindet. Die Europäische Union unterstützt das Projekt mit rund 38 Millionen Euro, der Bund steuert mehr als 81 Millionen Euro bei. Insgesamt sollen etwa 200 Millionen Euro investiert werden – unter Beteiligung von E.ON und Veolia.
Durch das neue Wärmenetz könnten jährlich bis zu 50.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Die Energieversorgung soll künftig vollständig auf erneuerbaren Quellen basieren und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Im ersten Bauabschnitt wird eine 3,8 Kilometer lange Leitung vom Görlitzer Stadtteil Königshufen nach Zgorzelec verlegt. Zudem werden mehrere bestehende Fernwärmenetze auf deutscher Seite miteinander verbunden. Insgesamt soll das Netz später eine Länge von rund zwölf Kilometern erreichen.
Entlang der neuen Trasse sollen weitere Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Ziel ist es, alte Heizsysteme durch moderne und klimafreundliche Lösungen zu ersetzen. Auf beiden Seiten der Neiße sind dafür neue Anlagen geplant, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Für Bau und Betrieb des Netzes ist die Gründung eines deutsch-polnischen Gemeinschaftsunternehmens vorgesehen. Das Projekt knüpft an die enge Zusammenarbeit von Görlitz und Zgorzelec an, die bereits seit Jahrzehnten als Europastadt gemeinsam auftreten.