Dresden - Mit Beginn der 40. Kalenderwoche startet in Sachsen offiziell die Influenzasaison 2026/2027. Damit nimmt auch die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen ihre regelmäßige Berichterstattung zu Influenza, SARS-CoV-2 und Respiratorischen Synzytial-Viren wieder auf. Die Daten zu Erkrankungen und Todesfällen sollen während der Saison jeweils freitags in der Folgewoche veröffentlicht werden.
Der Blick zurück auf die vergangene Saison zeigt dabei eine auffällige Entwicklung: Die Zahl der gemeldeten Influenza-Erkrankungen ging deutlich zurück, gleichzeitig wurde bei den Todesfällen ein neuer Höchststand erreicht.
In der Saison 2025/2026 wurden in Sachsen 28.557 Influenza-Erkrankungen gemeldet. In der Vorsaison 2024/2025 waren es noch 44.432 Fälle.
Trotz der geringeren Zahl gemeldeter Erkrankungen stieg die Zahl der influenzabedingten Todesfälle auf 264. Damit wurde der erst in der Saison 2024/2025 erreichte Höchstwert von 202 Todesfällen erneut überschritten. Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums handelt es sich um den höchsten Stand seit Einführung der elektronischen Meldung nach Infektionsschutzgesetz im Jahr 2001.
Besonders betroffen waren ältere Menschen. Knapp 91 Prozent der Verstorbenen gehörten zur Altersgruppe ab 70 Jahren.
Gesundheitsministerin Petra Köpping warnt deshalb davor, Influenza mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen. Sie verweist auf die Möglichkeit einer jährlichen Schutzimpfung und ruft dazu auf, Impfangebote bei Haus- und Fachärzten, Betriebsärzten oder gegebenenfalls auch in Apotheken zu nutzen.
Bereits vor dem offiziellen Beginn der neuen Influenzasaison zeigt sich bei akuten Atemwegserkrankungen eine saisonal typische Entwicklung. Seit der 33. Kalenderwoche steigt die Aktivität dieser Erkrankungen deutschlandweit an.
Auch in Sachsen wurden zwischen der 32. und 37. Kalenderwoche leicht steigende Fallzahlen bei Influenza und COVID-19 registriert. Sie befinden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums allerdings weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Zwischen den beiden Influenzasaisons wurden bereits zwei influenzabedingte Todesfälle gemeldet. Betroffen waren eine 87-jährige Frau und ein 67-jähriger Mann. Bei beiden wurde eine Influenza-A-Infektion nachgewiesen. Der jeweilige Impfstatus konnte nicht ermittelt werden.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Influenza-Impfquote in Sachsen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Für die Saison 2025/2026 lag sie mit Datenstand vom 31. Dezember 2025 bei 20,6 Prozent.
Auch bei bestimmten Risikogruppen bleiben die Impfquoten niedrig. Nach Daten des Robert Koch-Instituts war etwa jedes zehnte Kind oder jeder zehnte Jugendliche mit einer Grunderkrankung gegen Influenza geimpft.
Auch bei älteren Menschen wird der von der Europäischen Union angestrebte Durchimpfungsgrad von 75 Prozent weiterhin nicht erreicht.
Aus Sicht des Gesundheitsministeriums wäre eine höhere Impfquote insbesondere bei älteren Menschen, Menschen mit relevanten Grunderkrankungen sowie betreuenden Angehörigen und Pflegekräften sinnvoll. Hintergrund ist, dass das Risiko für Krankenhauseinweisungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen steigt.
Da sich die zirkulierenden Influenzaviren verändern, werden auch die Impfstoffe regelmäßig angepasst. Deshalb ist eine jährliche Impfung erforderlich. Zudem hält die Schutzwirkung nach Angaben des Ministeriums individuell unterschiedlich meist nur einige Monate an.
Das Sozialministerium empfiehlt gemeinsam mit dem Beirat Sächsische Impfkommission die jährliche Grippeschutzimpfung grundsätzlich für Kinder ab dem vollendeten sechsten Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene.
Eine besondere Empfehlung gilt unter anderem für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Pflegeeinrichtungen, Schwangere, medizinisches und pflegerisches Personal sowie Personen mit engem Kontakt zu Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe.
Auch Personen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Menschen mit regelmäßigem direktem Kontakt zu bestimmten Tierarten werden als Gruppen mit besonderer Infektionsgefährdung genannt.
Als günstiger Zeitraum für die Influenza-Impfung gilt nach Angaben des Ministeriums die Zeit zwischen Anfang November und Mitte Dezember. Damit soll der Impfschutz möglichst vor Beginn der eigentlichen Grippewelle aufgebaut werden. Diese setzte in den vergangenen Jahren häufig rund um den Jahreswechsel ein.
Neben der Impfung können auch Hygienemaßnahmen die Weitergabe von Influenza und anderen Atemwegserkrankungen reduzieren. Dazu gehören eine gute Händehygiene sowie die Einhaltung der Husten- und Niesetikette.
Bei Symptomen wie Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten wird empfohlen, für drei bis fünf Tage und bis zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden. Dies gilt insbesondere für Kontakte zu älteren Menschen und Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
Der erste Bericht der Landesuntersuchungsanstalt für die 40. Meldewoche soll im Laufe des 9. Oktober 2026 veröffentlicht werden.