Fr., 14.11.2025 , 10:37 Uhr

Bundespolizei und Staatsanwaltschaft Dresden zerschlagen mutmaßliche Struktur

Großeinsatz gegen Schleusernetzwerk

Bundespolizei und Staatsanwaltschaft Dresden haben ein mutmaßlich international agierendes Schleusernetzwerk zerschlagen. Fünf Haftbefehle und mehrere Durchsuchungen wurden vollstreckt.

Dresden - Die Bundespolizei – Direktion Kriminalitätsbekämpfung Halle – ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden gegen ein international agierendes Schleusernetzwerk. Der Verdacht: banden- und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern, teilweise in Tateinheit mit lebensgefährdenden Behandlungen.

Laut aktueller Ermittlungen sollen sich insgesamt mindestens 17 bekannte sowie weitere unbekannte Personen seit Juni 2021 in einer hierarchisch organisierten Struktur zusammengeschlossen haben. Zwischen Juni 2021 und Oktober 2023 soll die Gruppe in über 30 Fällen die Einschleusung von mindestens 880 Menschen von der Türkei über Serbien nach Österreich, Deutschland und Frankreich organisiert und durchgeführt haben. Dafür sollen mindestens 23 Fahrer angeworben worden sein, gegen die in separaten Verfahren ermittelt wird.

Die Behörden gehen von einem erzielten Schleuserlohn von mindestens 4,1 Millionen Euro aus. Das Großverfahren richtet sich vor allem gegen die mutmaßlichen Hintermänner der Organisation. Zudem besteht der Verdacht, dass das Netzwerk auch mit der tödlichen Schleusung am 13. Juli 2023 bei Berggießhübel in Verbindung stehen könnte.

Am 13. November 2025 setzten die Bundespolizei, französische Behörden, Europol und Eurojust fünf Haftbefehle sowie sieben Durchsuchungsbeschlüsse durch. Vier der Haftbefehle wurden in Frankreich, einer in Deutschland vollstreckt. Festgenommen wurden fünf türkische Staatsangehörige im Alter zwischen 26 und 50 Jahren.

In Deutschland wurden vier Wohnungen in Berlin durchsucht, in Frankreich zwei Wohnungen sowie ein Autohandel. Dabei stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Mobiltelefone und größere Bargeldbeträge sicher. Die Auswertung dieser Beweismittel steht noch aus.

Insgesamt waren 94 Kräfte der Bundespolizei im Einsatz. Spezialkräfte standen bereit, mussten jedoch nicht eingreifen.