Dresden – Die Grünen im Sächsischen Landtag fordern mehr Engagement für sichere Schulwege im Freistaat. Anlass ist der Beginn des neuen Schuljahres. Nach Ansicht der Fraktion sollen insbesondere Kinder ihren Schulweg möglichst sicher und selbstständig zurücklegen können.
Die Grünen-Abgeordnete Katja Meier kritisiert, dass sichere Schulwege nicht davon abhängig sein dürften, ob einzelne Kommunen ausreichend finanzielle Mittel oder Planungskapazitäten zur Verfügung haben. Aus ihrer Sicht könnten unter anderem sichere Querungsstellen, bessere Sichtverhältnisse sowie durchgängige Geh- und Radwege dazu beitragen, Gefahren auf dem Schulweg zu reduzieren.
Auch angepasste Geschwindigkeiten im Straßenverkehr nennt die Politikerin als eine mögliche Maßnahme. Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler, die sich noch an ihren Schulweg gewöhnen müssen, könne eine entsprechende Gestaltung des Verkehrsraums die Sicherheit erhöhen.
Die Grünen haben zu dem Thema bereits einen Antrag in den Sächsischen Landtag eingebracht. Darin fordert die Fraktion unter anderem, sogenannte Wege-Checks auszuweiten und dauerhaft zu finanzieren.
Außerdem sollen sichere Straßenquerungen sowie durchgängige Geh- und Radwege stärker gefördert werden. Die Grünen sprechen sich zudem für verbindliche Schulwegepläne und ein landesweites Förderprogramm unter dem Namen „Sichere Schulwege“ aus.
Damit sollen Kommunen nach den Vorstellungen der Fraktion bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit rund um Schulen unterstützt werden.
Als Argument für zusätzliche Investitionen verweist Meier neben dem Schutz von Kindern und Jugendlichen auch auf die wirtschaftlichen Folgen von Verkehrsunfällen.
Nach Angaben der Grünen wurden die Unfallfolgekosten in Sachsen im vergangenen Jahr mit rund 1,46 Milliarden Euro beziffert. Investitionen in Prävention könnten aus Sicht der Fraktion dazu beitragen, Unfälle und damit verbundene Folgekosten zu vermeiden.
Die Grünen verbinden ihren Antrag mit einem konkreten Ziel: Die Zahl schwerwiegender Unfälle von Kindern und Jugendlichen soll nach ihren Vorstellungen bis zum Jahr 2030 um mindestens 50 Prozent reduziert werden.
Ob und in welcher Form die Forderungen der Fraktion umgesetzt werden, ist derzeit offen.