Wo fühlen sich Kinder auf ihrem Schulweg sicher und wo sehen sie Gefahren? Mit dieser Frage beschäftigt sich das sachsenweite Projekt „Wegecheck“. Schülerinnen und Schüler untersuchen dabei ihre täglichen Wege zur Schule und geben den Kommunen Hinweise für Verbesserungen.
Bei einem Wegecheck in Burgstädt im Landkreis Mittelsachsen machten Grundschülerinnen und Grundschüler auf fehlende Gehwege, unübersichtliche Straßenquerungen und zugeparkte Fußwege aufmerksam. Die Kinder dokumentierten ihre Beobachtungen mit Fotos und Notizen und formulierten konkrete Wünsche wie zusätzliche Fußgängerampeln, Zebrastreifen oder mehr Tempo-30-Bereiche.
Nach Ansicht von Mobilitätsforscherin Heike Marquardt wird die Perspektive von Kindern in der Verkehrsplanung bislang oft zu wenig berücksichtigt. Kinder würden ihre Umgebung anders wahrnehmen als Erwachsene und hätten deshalb andere Anforderungen an öffentliche Räume.
Das Projekt wird vom Verein "Wegebund" organisiert und vom Freistaat Sachsen gefördert. Neben Burgstädt beteiligten sich in diesem Jahr auch Schulen in Görlitz, Zittau und Marienberg. Dass die Vorschläge Wirkung zeigen können, zeigt ein Beispiel aus Plauen. Dort wurden nach einem Wegecheck unter anderem Sichtbehinderungen durch Hecken beseitigt und Falschparker stärker kontrolliert. Einige Maßnahmen seien schnell umsetzbar, andere benötigten jedoch deutlich mehr Zeit.
In Burgstädt kritisierten die Kinder zudem die Verkehrssituation direkt vor ihrer Schule. Ein markierter Fußgängerbereich werde regelmäßig zugeparkt. Nach Angaben eines Lehrers stammen viele der Fahrzeuge von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen.
Die Ergebnisse der Begehung wollen die Schülerinnen und Schüler in den kommenden Wochen der Stadtverwaltung vorstellen und auf konkrete Verbesserungen hoffen.