Do., 10.09.2026 , 16:05 Uhr

Pharmakonzern nennt sinkende Nachfrage und Überkapazitäten als Gründe

GSK will Impfstoffwerk in Dresden schließen

GlaxoSmithKline plant die Schließung seines Dresdner Impfstoffwerks bis Ende September 2027. Gewerkschaft und Politik fordern Gespräche über Alternativen.

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will sein Impfstoffwerk in Dresden schließen. Die Beschäftigten wurden am Donnerstag über die Pläne informiert. Als Gründe nennt das Unternehmen eine weltweit rückläufige Nachfrage sowie bestehende Überkapazitäten. Am Standort werden unter anderem Grippeimpfstoffe produziert. Die Umsetzung der geplanten Schließung soll sich bis Ende September 2027 erstrecken. GSK kündigte an, eng mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten zusammenzuarbeiten und Unterstützungsangebote bereitzustellen.

Die IGBCE fordert, die Schließungspläne auszusetzen, die Entscheidungsgrundlagen offenzulegen und über Alternativen zu verhandeln. Auch aus der Politik kommt Kritik. Die Dresdner SPD-Landtagsabgeordneten Sophie Koch und Albrecht Pallas verweisen auf rund 650 Arbeitsplätze und fordern gemeinsame Lösungen. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Rasha Nasr verlangt ebenfalls Gespräche über Alternativen. Das Werk hat eine lange Geschichte: Seine Wurzeln reichen bis zum Sächsischen Serumwerk zurück, das Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative von Karl August Lingner entstand.