Mobbing ist längst kein Phänomen mehr, das sich auf den Schulhof beschränkt. Auch in der Arbeitswelt wird es mehr und mehr zum Thema. So werden 6,5 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland systematisch am Arbeitsplatz schikaniert – entweder von Kollegen oder vom Vorgesetzten. Zu diesem Ergebnis kam eine im Jahr 2025 veröffentlichte Studie, die die Universität Leipzig im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales durchführte.
Schikanen im Job mögen sich zunächst nur nach einem lästigen Ärgernis anhören. Wer davon betroffen ist, empfindet sie jedoch als psychische sowie physische Belastung. Denn andauerndes Mobbing kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen, darunter Schlafstörungen, Angststörungen und Depressionen.
Ist das Arbeitsverhältnis bereits so belastet, dass die Gesundheit leidet und selbst interne Maßnahmen keine Abhilfe schaffen, sollten sich Betroffene an einen Rechtsanwalt in der Nähe wenden. Vorzugsweise an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der schon ausreichend Erfahrung mit Mobbingfällen sammeln konnte.
Der rechtzeitige Gang zum Anwalt ist insbesondere dann angeraten, wenn bereits eine Kündigung im Raum steht.
Der drohende Jobverlust macht vor allem jüngeren Arbeitnehmern zu schaffen, die besonders häufig von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen sind. Rund jeder zehnte Angestellte unter 30 Jahren – 11,4 Prozent – musste laut der Studie der Universität Leipzig bereits Mobbingerfahrungen durchleben. Zum Vergleich: Bei den 50- bis 59-jährigen sind es nur 3,2 Prozent.
Manche Betroffene fühlen sich durch die ständigen Attacken der Arbeit nicht länger gewachsen und kündigen aus Unsicherheit. Dadurch geben sie nicht nur freiwillig ihre Arbeitsstelle auf und spielen den Mobbern in die Hände. Sie verlieren auch den Anspruch auf eine Abfindung.
Die Gründe für das Mobbing am Arbeitsplatz können vielfältig sein. Jedoch zeigen die Studienergebnisse, dass sowohl ein niedriger sozioökonomischer Status als auch ausländische Wurzeln das Risiko erhöhen können, zum Mobbingopfer zu werden. So kamen die Forscher der Universität Leipzig zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent der Menschen, die im Beruf unter Mobbing leiden, einen Migrationshintergrund haben.
Wer am Arbeitsplatz aus welchem Grund auch immer Schikanen durch Kollegen oder Vorgesetzte ausgesetzt ist, sollte diesen Zustand keinesfalls hinnehmen. Schließlich belasten die Mobbingattacken nicht nur die Psyche. Durch die Dauerbelastung können sie auch die Arbeitsleistung nachhaltig beeinträchtigen und dadurch schlimmstenfalls zu einer Entlassung führen.
Um solche Folgen zu vermeiden, empfiehlt es sich, frühzeitig gegen ein unfaires Arbeitsklima vorzugehen. Dabei können die folgenden Maßnahmen helfen:
Um das Mobbing am Arbeitsplatz nachweisen zu können, braucht man Zeugen. Sinnvoll ist es daher, Kollegen, die nicht an dem Konflikt beteiligt sind, um Unterstützung zu bitten. Sie können dabei helfen, die Mobbingattacken zu dokumentieren.
Wer sich seinen Kollegen mitteilt, erhöht zudem die Chance, dass diese sich aktiv gegen das Mobbing aussprechen. Ein solcher Zusammenhalt kann im besten Fall dazu führen, dass weitere Schikanen zukünftig ausbleiben.
Viele Arbeitnehmer, die von Mobbing betroffen sind, schämen sich und ziehen sich in sich selbst zurück. Einerseits, weil sie sich schwach und hilflos fühlen. Andererseits, weil sie sich teils selbst die Schuld dafür geben, zum Opfer der Schikanen geworden zu sein.
Daher vermeiden sie oft das Gespräch mit einem Vorgesetzten. Jedoch können Arbeitgeber nur dann gegen das Mobbing vorgehen, wenn sie darüber in Kenntnis gesetzt wurden.
Allerdings deuten Umfragen darauf hin, dass in jedem dritten Fall von Mobbing am Arbeitsplatz der Vorgesetzte selbst als Mobber auftritt. Ein solches Phänomen ist auch als „Bossing“ bekannt.
Wer darunter leidet oder aus einem anderen Grund die Mobbingvorfälle nicht mit dem Chef oder der Chefin besprechen möchte, sollte sich direkt an den Betriebsrat oder den Personalrat wenden.