So., 07.06.2026 , 12:00 Uhr

Handwerk: Schwierige Konjunktur lässt Schwarzarbeit boomen

Dresden – Die Branche schlägt Alarm: Schwarzarbeit wird in Sachsen zunehmend zu einem Problem im Handwerk. «Die schwierige Konjunkturlage lässt die Schwarzarbeit boomen», sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Derzeit gebe es dazu vermehrt Anfragen und Hinweise von Mitgliedsbetrieben. Vor allem im Fokus: das Bau- und Ausbaugewerbe sowie das Friseurhandwerk, in dem sich laut Handwerkskammer immer mehr Barbershops ausbreiten.

Nach Angaben der Handwerkskammer gehen die Hinweise teils auch dahin, dass Arbeiten von Betrieben ausgeführt werden, die dafür nicht qualifiziert sind. So würden etwa Tätigkeiten übernommen, die eigentlich einem anderen Gewerk vorbehalten seien. «Wenn etwa ein Maurer plötzlich auch Malerarbeiten anbietet», so die Kammer. Bei Barbershops werde zudem überprüft, ob die vorgeschriebene Betriebsleitung durch einen Friseurmeister eingehalten wird.

Die Handwerkskammer Dresden hatte jüngst Zoll, Gewerbeämter, Landratsämter und Handwerk zu einem runden Tisch eingeladen. Angeregt wurden unter anderem mehr gemeinsame Schwerpunktkontrollen.

Nicht alle Handwerkskammern beobachten jedoch dieselbe Entwicklung. Die Handwerkskammern Chemnitz und Leipzig teilten auf Anfrage mit, eine deutliche Zunahme entsprechender Hinweise könne derzeit nicht festgestellt werden. «Eine schwache Konjunktur stärkt grundsätzlich die Schattenwirtschaft», erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, Volker Lux. Im Fokus stünden auch in Chemnitz und Leipzig unter anderem Barbershops. (dpa)