Di., 10.03.2026 , 09:45 Uhr

Sachsen will private Handys künftig bis zur achten Klasse verbieten

Handyverbot an Schulen bis zur 8. Klasse geplant

Sachsen plant ein erweitertes Handyverbot an Schulen: Künftig sollen private Smartphones bis zur 8. Klasse untersagt sein. Kultusminister Conrad Clemens kündigte die Regelung ab dem nächsten Schuljahr an.

Dresden - Der Freistaat Sachsen plant eine Ausweitung des Handyverbots an staatlichen Schulen. Künftig sollen private Smartphones nicht mehr nur an Grundschulen tabu sein, sondern auch für Schülerinnen und Schüler bis zur achten Klasse. Das kündigte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) an.

Seit Beginn dieses Schulhalbjahres gilt bereits ein Verbot privater Handys an Grundschulen. Nun soll die Regelung erweitert werden. Clemens erklärte im Podcast „Thema in Sachsen“ der „Sächsischen Zeitung“ und der „Leipziger Volkszeitung“, dass er das Verbot auf Landesebene ausdehnen könne – und dies auch umsetzen wolle. Geplant ist, dass die neue Regelung ab dem kommenden Schuljahr nach den Sommerferien greift.

Zusammenhang mit Social-Media-Debatte

Der Kultusminister sieht die geplante Maßnahme im Zusammenhang mit der Diskussion über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Aus seiner Sicht ergänzen sich beide Ansätze.

Clemens argumentierte, dass ein Social-Media-Verbot bis zum 14. Lebensjahr gut mit einem Handyverbot bis zur achten Klasse zusammenpasse. Ziel sei es, den Umgang mit digitalen Medien in jungen Jahren stärker zu regulieren.

Kritik an Selbstbeschränkung

Nach Einschätzung des Ministers stößt die Selbstregulierung bei der Nutzung digitaler Medien schnell an ihre Grenzen. Selbst Erwachsene hätten Schwierigkeiten, ihre Smartphone-Nutzung einzuschränken.

Vor diesem Hintergrund sei es unrealistisch zu erwarten, dass Kinder oder Jugendliche eigenständig konsequent auf Apps wie Instagram oder Snapchat verzichten, so Clemens. Ein klar geregeltes Handyverbot könne deshalb Orientierung geben.

Digitale Medien im Unterricht weiter möglich

Das geplante Verbot soll sich ausschließlich auf private Nutzung beziehen. Digitale Geräte könnten weiterhin im Unterricht eingesetzt werden, wenn sie pädagogisch sinnvoll genutzt werden.

Parallel dazu plant das Kultusministerium Maßnahmen zur Stärkung der Medienkompetenz. Vorgesehen ist unter anderem ein sogenannter Medienpass. Dabei handelt es sich um ein Unterrichtsmodul, in dem Schülerinnen und Schüler lernen sollen, verantwortungsvoll mit digitalen Medien umzugehen – etwa mit sozialen Netzwerken oder Online-Spielen.