Di., 12.05.2026 , 10:43 Uhr

Nach Ausbruch auf der „Hondius“ bleibt ein Rückkehrer sechs Wochen in Quarantäne

Hantavirus-Fall aus Mittelsachsen isoliert

Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ steht auch eine Person aus Mittelsachsen unter Beobachtung. Sie befindet sich in häuslicher Quarantäne.

Freiberg - Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ befindet sich auch eine Person aus Mittelsachsen unter den deutschen Passagieren, die derzeit beobachtet werden. Wie das Landratsamt in Freiberg auf Anfrage mitteilte, bleibt die betroffene Person als Schutzmaßnahme sechs Wochen in häuslicher Quarantäne.

Nach Angaben des Landratsamtes steht das Gesundheitsamt regelmäßig mit der Person in Kontakt. Ihr gehe es aktuell gut. Weitere Informationen etwa zu Geschlecht, Alter oder möglichen Untersuchungen wurden mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte nicht genannt.

Vier deutsche Passagiere, die nach dem Ausbruch betroffen waren, wurden am Montag zunächst im Universitätsklinikum Frankfurt aufgenommen. Anschließend kamen sie in ihre jeweiligen Bundesländer. Nach den vorliegenden Angaben stammen die Betroffenen aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Symptome zeigten sie bisher nicht.

Ein weiterer deutscher Passagier wurde laut der britischen Nachrichtenagentur PA nach Großbritannien gebracht. Er lebe dort.

Die lange Inkubationszeit macht eine längere Beobachtung notwendig. Experten zufolge kann es bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern, bis eine Erkrankung ausbricht. Sollte eine betroffene Person Symptome entwickeln, könne sie nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in spezialisierten Zentren medizinisch versorgt werden.

Insgesamt starben bisher drei Passagiere der „Hondius“, bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation könnte die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausgegangen sein, das sich vor der Einschiffung in Argentinien mit dem südamerikanischen Andesvirus angesteckt haben könnte. Zu den Todesopfern zählen das niederländische Ehepaar sowie eine deutsche Passagierin.

Hantaviren werden in der Regel durch Nagetiere übertragen. Das Andesvirus gilt als einzige bekannte Hantavirus-Unterart, die auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Nach bisherigen Angaben wurden in den vergangenen Jahrzehnten nur wenige Ausbrüche in Südamerika erfasst, die rasch wieder abebbten.

Erstmeldung              Hantavirus-Fall betrifft auch Sachsen