Berlin - Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff ist auch eine Person aus Sachsen unter den betroffenen deutschen Passagieren. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. Nähere Angaben zu Geschlecht oder Wohnort der Person wurden zunächst nicht gemacht.
Den Angaben zufolge sind insgesamt vier Menschen aus Deutschland betroffen. Sie kommen aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Keine der vier Personen habe bisher Symptome gezeigt. Die Passagiere trafen am Montag um 2:30 Uhr im Uniklinikum Frankfurt ein und sollten anschließend in ihre jeweiligen Bundesländer gebracht werden.
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums ist davon auszugehen, dass die Betroffenen an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne kommen. Während der nächsten Wochen sollen die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht werden. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter.
Bei dem betreffenden Erreger kann es Experten zufolge bis zu 45 Tage dauern, bis nach einer Ansteckung Symptome auftreten. Sollte eine Person erkranken, könne sie laut Ministerium in speziellen Zentren nach medizinischen Standards sicher behandelt werden.
Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa gestartet. Dort hatte das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ nach mehreren Wochen auf See angelegt. Die Menschen an Bord kamen aus insgesamt 23 Nationen und wurden unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimatländer gebracht. Ein weiterer deutscher Passagier wurde nach Großbritannien geflogen, wo er lebt.
Die Weltgesundheitsorganisation vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausgegangen sein könnte. Dieses habe sich möglicherweise vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt.
Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, sieht nach Angaben des ZDF-„heute journal“ keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Virus könne Menschen zwar schwer krank machen, verbreite sich jedoch nicht in einer Weise, die eine Gefährdung der Bevölkerung in Deutschland oder eine Pandemiegefahr erwarten lasse.