Mo., 01.09.2025 , 13:09 Uhr

KV Sachsen warnt trotz junger Ärzteschaft vor fehlenden Nachfolgern

Hausärzte fehlen – 370 Praxen ohne Nachfolger

In Sachsen sind Hausärzte im Schnitt jünger als bundesweit. Dennoch fehlen Nachfolger: 370 Stellen sind unbesetzt. Eine Kampagne soll Ärzte aufs Land locken.

Dresden - In Sachsen sind Hausärzte im bundesweiten Vergleich etwas jünger. Laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) sind derzeit rund 29 Prozent der Hausärzte 60 Jahre oder älter. Nach Daten der Bundesärztekammer lag dieser Anteil im vergangenen Jahr bundesweit bei fast 41 Prozent. Besonders hoch war er in Rheinland-Pfalz (48 Prozent), im Saarland (46,2 Prozent) und in Bremen (45,4 Prozent).

Trotz des vergleichsweise niedrigen Altersdurchschnitts warnt die KV Sachsen vor einer Zuspitzung der Lage. Derzeit sichern rund 2.800 Hausärzte die Versorgung im Freistaat. 370 Hausarztstellen sind unbesetzt. Nur zwölf Prozent der Mediziner in Sachsen sind jünger als 40 Jahre – ein deutliches Warnsignal für die kommenden Jahre.

Um gegenzusteuern, setzt die KV ihre Kampagne „Praxen für Sachsen!“ fort. Ziel ist es, mehr Medizinerinnen und Mediziner für eine Niederlassung im ländlichen Raum zu gewinnen. „Die hausärztliche Versorgung ist das Rückgrat unseres Gesundheitswesens – besonders in den ländlichen Regionen Sachsens“, erklärte KV-Vorstandschef Stefan Windau. Angesichts einer alternden Bevölkerung sei es entscheidend, Praxisnachfolger oder Gründer zu finden.

Die Kampagne setzt auf Print- und Digitalmedien sowie soziale Netzwerke. Neu sind drei Videos, in denen sächsische Ärztinnen und Ärzte über ihre Erfahrungen bei einer Praxisgründung berichten. Darüber hinaus verweist die KV auf finanzielle Fördermöglichkeiten bei Praxisübernahmen oder Neugründungen, die den Einstieg erleichtern sollen. So will man Lust auf eine eigene Praxis machen – gerade dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird.