Mi., 01.07.2026 , 15:12 Uhr

Smart Power Fab startet drei Monate früher als geplant

Infineon eröffnet Chipfabrik in Dresden

Infineon nimmt in Dresden eine neue Halbleiterfabrik früher als geplant in Betrieb. Die Investition gilt als Signal für Europas Industrie.

Dresden - Infineon nimmt in Dresden eine neue Halbleiterfabrik früher als ursprünglich geplant in Betrieb. Die sogenannte Smart Power Fab soll am Donnerstag starten und damit drei Monate vor dem vorgesehenen Termin. Das Unternehmen investierte nach Angaben aus der dpa-Meldung rund fünf Milliarden Euro in die neue Produktionsstätte.

Mit dem Werk entstehen in Dresden etwa 1.000 neue Arbeitsplätze. Produziert werden sollen dort Leistungshalbleiter. Diese werden unter anderem für Elektroautos, erneuerbare Energien, Rechenzentren und Industrieanlagen benötigt.

Öffentliche Förderung über den European Chips Act

Die neue Fabrik wird mit rund einer Milliarde Euro öffentlich gefördert. Die Unterstützung erfolgt unter anderem über den European Chips Act. Das europäische Förderinstrument soll den Aufbau und die Stärkung der Halbleiterproduktion in Europa unterstützen.

CDU-Europapolitiker Oliver Schenk bezeichnete die Eröffnung der Fabrik als Signal für den Industriestandort Europa. Kurz vor der Inbetriebnahme erklärte er, die Fabrik stehe für technologische Stärke, industrielle Substanz und den Mut, strategische Zukunftsfelder stärker selbst in die Hand zu nehmen. Davon würden aus seiner Sicht nicht nur Sachsen und Deutschland profitieren, sondern Europa insgesamt.

Halbleiter als strategische Schlüsseltechnologie

Die in Dresden gefertigten Chips seien nach Einschätzung Schenks zwar klein, hätten aber eine große strategische Bedeutung. Wer über Europas Zukunft spreche, müsse auch über Halbleiter sprechen. Zugleich verwies er darauf, dass Sachsen in diesem Technologiefeld eine zentrale Rolle einnehme.

Der CDU-Politiker sieht in der Smart Power Fab mehr als nur eine gute Nachricht für Dresden. Die Eröffnung zeige aus seiner Sicht, dass Europa Schlüsseltechnologien nicht nur fördern, sondern auch selbst entwickeln, produzieren und in größerem Maßstab voranbringen könne.

Bedeutung für Industrie und Lieferketten

Vor dem Hintergrund internationaler Konkurrenz, geopolitischer Unsicherheiten und globaler Lieferkettenrisiken müsse Europa seine industrielle Basis in strategischen Technologien weiter stärken, erklärte Schenk. Entscheidend seien dafür schnelle Verfahren, verlässliche Rahmenbedingungen, bezahlbare Energie, starke Forschungsstrukturen und gut ausgebildete Fachkräfte.

Mit der vorzeitigen Inbetriebnahme der Smart Power Fab baut Infineon den Halbleiterstandort Dresden weiter aus. Die neue Produktionsstätte zählt nach Angaben aus der Meldung zu den modernsten Halbleiterfabriken Europas.