Di., 03.03.2026 , 12:18 Uhr

Versorger sehen vorerst keine Preissprünge im Osten

Iran-Krieg treibt Gaspreise am Weltmarkt nach oben

Der Krieg im Nahen Osten lässt die Gaspreise steigen. Versorger in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rechnen dennoch nicht mit kurzfristigen Mehrkosten für Verbraucher.

Erfurt - Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran sowie den iranischen Gegenschlägen sind die Großhandelspreise für Gas deutlich gestiegen. Der Konflikt im Nahen Osten sorgt damit für Unruhe an den Energiemärkten.

Für Verbraucher in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rechnen Gasversorger jedoch derzeit nicht mit kurzfristigen, größeren Preissprüngen.

Langfristige Beschaffung schützt Verbraucher

Der Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen in Thüringen, André Ludwig, erklärte, dass Gas in der Regel langfristig eingekauft werde. Ein unmittelbarer Anstieg der Endkundenpreise allein aufgrund einer möglichen Krise am Golf sei daher nicht zu erwarten. Sollten sich Auswirkungen ergeben, würden diese zeitlich verzögert eintreten.

Auch vom Versorger SachsenEnergie heißt es, dass das Gas für das Jahr 2026 bereits vollständig bezahlt sei. Kurzfristige Effekte auf die Kundenpreise seien daher gering. Sollte der Konflikt und eine mögliche Blockade der Straße von Hormus nur wenige Wochen andauern, werde dies voraussichtlich keine direkten Folgen für Verbraucher haben. Wie sich die Lage im Jahr 2027 entwickelt, hängt nach Einschätzung des Unternehmens von der Dauer des Konflikts ab.

Ähnlich äußerte sich Thomas Micka, Geschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Kunden mit bestehenden Verträgen müssten nicht sofort mit höheren Preisen rechnen. Offen sei jedoch, wie sich die Lage bei Neuabschlüssen oder Folgeverträgen entwickeln werde.

Mögliche Folgen für Strompreise

Micka geht zudem davon aus, dass sich auch die Strompreise verändern könnten. Viele Kraftwerke sind auf Gas angewiesen, weshalb steigende Gaspreise indirekt Auswirkungen auf den Strommarkt haben können.

Industrie stärker betroffen

Schneller könnten sich die Preissteigerungen auf die Industrie auswirken. Nach Angaben der Verbandsvertreter verfügen große Unternehmen häufig über eigene Beschaffungsstrategien und kaufen direkt am Markt ein.

Bereits während der Gaskrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hätten viele private Verbraucher aufgrund bestehender Verträge vergleichsweise geringe unmittelbare Belastungen gespürt, während die Industrie stärker betroffen gewesen sei.

Wie sich der aktuelle Konflikt langfristig auf die Energiepreise auswirkt, bleibt angesichts der geopolitischen Unsicherheiten offen.