Jean Darras kann nicht mehr sprechen, laufen oder essen. Trotzdem hat sich der 31-Jährige einen großen Wunsch erfüllt: eine Reise nach Leipzig zum Bachfest.
Bei Darras wurde 2022 Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, diagnostiziert. Die unheilbare Nervenkrankheit greift die Nervenzellen an, die für Muskelbewegungen zuständig sind. Heute kann der gebürtige Franzose seinen Körper kaum noch bewegen und spricht mit Hilfe eines Computers, den er über seine Augen steuert.
Nach seiner Diagnose schrieb Darras auf, was er noch erleben möchte. Leipzig bekam dabei einen festen Platz, denn die Musik von Johann Sebastian Bach fasziniert ihn seit Langem. Die Reise bedeutete großen organisatorischen Aufwand: Barrierefreiheit, Pflege, Geräte und finanzielle Unterstützung mussten geplant werden.
Während des Bachfests konnte Darras zwei Konzerte in der Thomaskirche besuchen. Nach dem ersten Konzert beschrieb er das Erlebnis als besondere geistliche Reise. Weil er nicht mehr schauspielern kann, macht Darras heute Musik am Computer. Auch dabei nutzt er die Steuerung über seine Augen.
Seine Freunde spielen in seinem Leben eine zentrale Rolle. Sie reisen mit ihm, lachen mit ihm und unterstützen ihn im Alltag. Trotz der schweren Krankheit sagt Darras, ALS habe ihm auch gezeigt, kleine Dinge bewusster wahrzunehmen: Gerüche, Klänge oder gute Nachrichten von Freunden.