Weißwasser - Wie könnte die Zukunft des Lausitzer Reviers aussehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich am 21. Mai 2026 rund 170 Jugendliche bei der Veranstaltung „Eine Frühschicht für meine Lausitz – Gemeinsam Zukunft gestalten“ in Weißwasser. Im Mittelpunkt standen Ideen für eine Region, die sich im Zuge des Strukturwandels neu ausrichtet.
Die Schülerinnen und Schüler kamen aus Sachsen und Brandenburg. Damit wurde der Strukturwandel erstmals mit einem länderübergreifenden Blick betrachtet. Denn der Braunkohleausstieg betrifft die Lausitz als gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum beider Bundesländer. Sachsen und Brandenburg arbeiten daran, neue Perspektiven für die Region zu entwickeln und die Lausitz nachhaltig weiterzuentwickeln.
Insgesamt arbeiteten die Jugendlichen in zehn Workshops mit Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Thematisch ging es unter anderem um Mobilität, Medizin, Künstliche Intelligenz, Handwerk, Energie, Forschung und Innovation.
Dabei entstanden unterschiedliche Projektideen. Dazu gehörten unter anderem eine Drohnenflotte, die den ländlichen Raum mit Medikamenten oder Lebensmitteln versorgen könnte, eine nachhaltige Energiezentrale für die Lausitz sowie ein Schlafstirnband, das die Schlafqualität misst und Ruheimpulse sendet.
Die Beispiele zeigen, wie vielfältig die Vorschläge der Jugendlichen waren. Im Fokus stand nicht nur technologische Innovation, sondern auch die Frage, wie die Lausitz künftig als moderner Lebens-, Arbeits- und Innovationsstandort gestaltet werden kann.
Der Strukturwandel in der Lausitz gehört zu den zentralen Herausforderungen für Sachsen und Brandenburg. Mit dem Ausstieg aus der Braunkohle verändert sich die wirtschaftliche Grundlage der Region. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für Forschung, Energie, Mobilität, Handwerk und moderne Arbeitswelten.
Die Veranstaltung in Weißwasser machte deutlich, dass junge Menschen ihre Heimatregion aktiv mitgestalten wollen. Die Jugendlichen entwickelten ihre Ideen gemeinsam, diskutierten Lösungsansätze und präsentierten ihre Konzepte zum Abschluss einer Fach-Jury.
Zur Jury gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und regionaler Entwicklung. Genannt wurden unter anderem Konstantin Pötschke vom Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, Steve Kazalla vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, Sven Tischer von der Staatskanzlei des Landes Brandenburg, Katja Dietrich, Oberbürgermeisterin von Weißwasser, Simone Taubenek, Bürgermeisterin von Forst, Jens Frühauf vom Landratsamt Bautzen, Marie Thomas vom Landratsamt Görlitz, Dana Ritzmann vom GeoSN, Anjuli Raake von der Wirtschaftsregion Lausitz sowie Jörg Mühlberg, Geschäftsführer der Sächsischen Agentur für Strukturentwicklung.
Veranstalter war die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung. Die Maßnahme wird nach Angaben der Agentur durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes mitfinanziert.