Dresden/Leipzig - In Leipzig und Dresden sind für Samstag, den 31. Oktober 2026, Demonstrationen der Initiative „Gen Z regelt“ angekündigt. Die Bewegung ruft junge Menschen bundesweit dazu auf, gegen Missstände im Bildungswesen, steigende Lebenshaltungskosten, die Wehrpflicht und Sozialkürzungen auf die Straße zu gehen. Nach Angaben der Versammlungsbehörden wurden in beiden sächsischen Großstädten entsprechende Versammlungen angemeldet. Auch die Polizei bereitet sich auf Einsätze vor.
Die Initiative orientiert sich nach eigenen Angaben an Jugendprotesten in Frankreich. Dort war es im Zusammenhang mit Demonstrationen gegen Probleme im Bildungswesen und hohe Lebenshaltungskosten in mehreren Städten auch zu Ausschreitungen, Sachbeschädigungen und Plünderungen gekommen. In weiteren europäischen Ländern gab es ebenfalls Proteste und Zusammenstöße mit der Polizei.
Die lokalen Organisationsgruppen in Leipzig und Dresden verfolgen weitgehend dieselben Ziele. Unter dem Motto „Zeit für Widerstand“ kritisieren sie unter anderem den Zustand von Schulen, die Wehrpflicht, steigende Preise und geplante beziehungsweise befürchtete Sozialkürzungen.
Die Aufrufe werden insbesondere über soziale Netzwerke verbreitet. In Leipzig ist zudem am Montag, dem 26. Oktober, eine Aktionswoche an Schulen und Hochschulen angelaufen. Damit sollen weitere junge Menschen auf die Demonstration aufmerksam gemacht und zur Teilnahme mobilisiert werden.
Wie viele Menschen am Samstag tatsächlich demonstrieren werden, ist noch offen. Nach dem bisherigen Überblick der Stadt Dresden wurden dort zunächst 250 Teilnehmer angemeldet. In Leipzig lag die angemeldete Teilnehmerzahl zunächst bei 100.
Auf der Internetseite der Initiative „Gen Z regelt“ hatten dagegen am Montagmittag bereits jeweils rund 4.000 Menschen angegeben, an den Demonstrationen in Leipzig und Dresden teilnehmen zu wollen.
Die Angaben auf der Webseite sind allerdings nicht mit einer verbindlichen Teilnahme gleichzusetzen. Ob die tatsächliche Zahl der Demonstranten deutlich über den angemeldeten Teilnehmerzahlen liegen wird, dürfte sich erst am Veranstaltungstag zeigen.
Im Vorfeld der Demonstrationen wird auch über mögliche Ausschreitungen diskutiert. Die Initiative „Gen Z regelt“ kritisiert diese Debatte. Sie wirft der öffentlichen Diskussion vor, durch die Konzentration auf mögliche Gewalt von den politischen Forderungen der jungen Menschen abzulenken.
In einem Instagram-Beitrag heißt es dazu: „Wir dürfen diese Verzerrung nicht mitmachen!“
Zugleich betont die Initiative in ihren Grundsätzen den friedlichen Charakter der Proteste. „Gewalt gegen Menschen oder Sachen widerspricht allem, wofür wir stehen“, erklärt die Bewegung. Die Organisatoren machen außerdem deutlich, dass sie sich durch mögliche Einschüchterungen oder Bedrohungen nicht von ihren Protesten abbringen lassen wollen.
Die Polizeidirektionen Leipzig und Dresden bereiten sich auf die angekündigten Demonstrationen am 31. Oktober vor. Wie viele Einsatzkräfte dafür benötigt werden, steht noch nicht fest.
Nach Angaben der Polizei entwickelt sich die Lage weiterhin dynamisch. Die Behörden rechnen damit, dass sich erst in den kommenden Tagen genauer einschätzen lässt, wie groß die Proteste ausfallen könnten und welche polizeilichen Maßnahmen erforderlich sein werden.
„Die Einsatzplanung läuft“, erklärte der Leipziger Polizeisprecher Tom Erik Richter.
Damit bleibt vorerst offen, wie viele Menschen sich den Demonstrationen anschließen werden und welchen Umfang die Polizeieinsätze am Samstag haben werden.