Mi., 22.01.2025 , 08:04 Uhr

Dresdner Verkehrsbetriebe drohen Kürzungen – Belegschaft wehrt sich

Kahlschlag bei den DVB: Mitarbeiter demonstrieren vor dem Rathaus

Die geplanten Einsparungen bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) sorgen für massiven Widerstand. Mitarbeiter rufen zu einer Demonstration auf, um den Nahverkehr zu retten.

Massive Kürzungen ab April geplant

Den Dresdner Verkehrsbetrieben fehlen rund 18 Millionen Euro im Haushalt 2025. Um die Finanzlücke zu schließen, soll das Angebot drastisch reduziert werden. Bereits ab dem 1. April sollen unter anderem die Fähren in Johannstadt und Niederpoyritz eingestellt, die Bergbahnen nur noch saisonal betrieben und zwei Buslinien gestrichen werden. Zudem sind erhebliche Taktreduzierungen im Randgebiet der Stadt vorgesehen. Die finale Entscheidung trifft der Stadtrat am 12. Februar.

Protest vor dem Rathaus

Um gegen die Kürzungen zu protestieren, plant die Belegschaft der DVB eine Demonstration am Donnerstag ab 15 Uhr vor dem Dresdner Rathaus. Auch Straßenbahn- und Busfahrer, die zu dieser Zeit im Dienst sind, wollen mit Plakaten in den Fahrzeugen auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Die Mitarbeiter fordern eine nachhaltige Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs und den Erhalt der bestehenden Linien.

Die Bergbahn könnte bald nur noch in den Sommermonaten in Betrieb sein.

Unterstützung aus der Bevölkerung wächst

Der Protest findet breite Unterstützung. Eine Online-Petition für den Erhalt des Nahverkehrs hat bereits mehr als 20.000 Unterschriften gesammelt. Auch der bekannte Straßenbahnfahrer und "Tramfluencer" Maik Zeuge ruft seine Follower dazu auf, sich an der Demonstration zu beteiligen.

Politik gespalten über Finanzierung

Während SPD und Grüne sich für den Erhalt des aktuellen Angebots aussprechen, setzt die CDU auf eine "gleichmäßige Reduzierung" des Taktes in allen Stadtteilen. Die DVB lehnen diesen Vorschlag jedoch ab, da zu befürchten ist, dass viele Fahrgäste in Hauptverkehrszeiten nicht mehr befördert werden könnten.

Gewerkschaften fordern langfristige Lösungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Dresden kritisiert die geplanten Kürzungen scharf und fordert den Stadtrat auf, die finanziellen Mittel für die DVB bereitzustellen. Die Kürzungen würden nicht nur die Klimaziele der Stadt gefährden, sondern auch zu einem massiven Anstieg des Autoverkehrs führen. Berechnungen zufolge könnten zusätzlich 1,8 Millionen Autofahrten pro Jahr die Folge sein.

Finanzierungsprobleme durch Bund und Land

Die DVB stehen, wie viele kommunale Verkehrsbetriebe in Deutschland, unter starkem finanziellen Druck. Die Einnahmeverluste durch das Deutschlandticket, steigende Personalkosten und unzureichende Bundesmittel verschärfen die Lage. Eine Erhöhung der Finanzierung durch den kommunalen Querverbund mit Unternehmen wie SachsenEnergie wird als mögliche Lösung diskutiert.

Entscheidung am 12. Februar erwartet

Am 12. Februar wird der Stadtrat über die geplanten Einsparungen abstimmen. Bis dahin wollen die DVB-Mitarbeiter und Unterstützer ihren Protest verstärken. Ob die Demonstration und die breite öffentliche Unterstützung die Entscheidung beeinflussen können, bleibt abzuwarten.