Dresden - Mit dem Palmsonntag am 29. März beginnt in Sachsen die Karwoche – der Höhepunkt der christlichen Passionszeit. Bis zum Karsamstag am 4. April erinnern zahlreiche Gottesdienste, Andachten und kirchenmusikalische Veranstaltungen an den Leidensweg Jesu und bereiten auf das Osterfest vor.
Im Mittelpunkt stehen dabei Passionsandachten und Konzerte. In vielen Kirchen werden unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Auch in den Gottesdiensten spielt die Passionsmusik eine zentrale Rolle.
Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Gleichzeitig beginnt in Sachsen traditionell die Zeit der Konfirmationen, die bis Pfingsten andauert. Neben den eigentlichen Konfirmationsgottesdiensten stellen sich vielerorts die Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Gemeinde vor.
Am Gründonnerstag, dem 2. April, erinnern zahlreiche Gemeinden an das letzte Abendmahl Jesu. Neben klassischen Gottesdiensten mit Abendmahl werden auch Agape-Feiern und Tischabendmahle angeboten.
Der Karfreitag gilt als einer der höchsten Feiertage im evangelischen Kirchenjahr. In Gottesdiensten am Vormittag sowie in Andachten und Konzerten am Nachmittag wird des Leidens und Sterbens Jesu gedacht.
Ein zentraler Bestandteil der Karwoche sind Kreuzwege. Sie ermöglichen es Gläubigen, den Leidensweg Jesu Schritt für Schritt nachzuvollziehen – häufig mit Texten, Bildern, Liedern und Gebeten.
In Sachsen finden zahlreiche solcher Veranstaltungen statt: Bereits am 27. März lädt der Ökumenische Arbeitskreis in Aue zu einem Kreuzweg ein. Weitere ökumenische Kreuzwege sind unter anderem in Zittau, Wurzen, Meißen, Leipzig-Grünau und Chemnitz geplant.
Auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche werden organisiert, um die Passionsgeschichte altersgerecht zu vermitteln.
Mit dem Karsamstag endet die Passionszeit. In den Abendstunden beginnen vielerorts Osternachtfeiern, die in die Feier der Auferstehung Jesu überleiten. Am Ostersonntag folgen Ostermetten und festliche Gottesdienste.
Eine Übersicht über Gottesdienste und Veranstaltungen bietet das Portal ostergottesdienste.de.
Tobias Bilz, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, predigt am Palmsonntag in der Dresdner Frauenkirche, am Karfreitag in der Kreuzkirche Dresden und am Ostersonntag in der Nikolaikirche Leipzig.
Die Karwoche, auch „stille Woche“ genannt, erinnert an die letzten Tage Jesu vor seiner Kreuzigung. Der Begriff „Kar“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „kara“ ab, das „Klage“ bedeutet.
Zu den wichtigsten Stationen zählen der Palmsonntag, der Gründonnerstag mit dem letzten Abendmahl sowie der Karfreitag als Gedenktag der Kreuzigung Jesu.