Sachsen- Infektionen bleiben in Sachsen ein ernstzunehmendes Thema. «Auch 2025 ist es nicht gelungen, die Fallzahlen bei gefährlichen Infektionskrankheiten spürbar zu reduzieren.
Sie liegen weiter auf hohem Niveau, teils waren sogar mehr Menschen betroffen als im Vorjahr», erklärte Susanne Schaper, Fraktionschefin der Linken im Landtag, in Auswertung mehrerer Kleiner Anfragen.
So gab es im Vorjahr etwa 1.000 Borreliose-Fälle mehr als 2024. Auch bei Gürtelrose kam es zu einem deutlichen Anstieg. Laut Statistik sind seit 2017 in Sachsen 35 Menschen an Tuberkulose, 28 an einer Hepatitis-Variante und 17 Menschen an Herpes Zoster (Gürtelrose) gestorben. Auch eine FSME-Erkrankung vermag einen schweren Verlauf zu nehmen. Gleiches gilt für Borreliose, die Folgeerkrankungen wie lebensgefährliche Herzmuskelentzündungen nach sich ziehen kann.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der FSME-Fälle im Zeitraum 2020 bis 2025 von 31 auf 48, bei Borreliose von 1.825 auf 2.637. Bei Tuberkulose war es ein Zuwachs von 115 auf 151, bei Hepatitis von 551 auf 1.045. Allerdings gingen die Zahlen bei Tuberkulose und Hepatitis 2025 bezogen auf das Vorjahr wieder zurück. Bei Gürtelrose (2025: 2.278) lag das Plus binnen fünf Jahren bei 528 Fällen. Hier hatte es 2019 aber mit 2.292 einen Höchststand gegeben.
«Ich kann nur appellieren, verfügbare Schutzimpfungen zu nutzen – die Impfquote bei FSME ist im Freistaat mit nicht einmal 20 Prozent erschreckend niedrig, bei Gürtelrose liegt sie laut dem Robert Koch-Institut nur bei etwa einem Drittel», betonte Schaper, von Beruf Krankenschwester. Vor allem ältere Menschen sollten sich impfen lassen.
Schaper stellte klar, dass Impfungen vor einer ganzen Reihe gefährlicher Infektionskrankheiten schützen. «Pocken wurden per Impfung ausgerottet, in Deutschland gilt dasselbe für Kinderlähmung. Viele weitere schwere Erkrankungen, darunter Masern, wurden durch Impfungen eingedämmt – in den USA können wir derzeit die tödlichen Folgen von Impfgegnerschaft beobachten.»
Um die Nachfrage nach Beratung und Impfung zu decken, müsse der öffentliche Gesundheitsdienst ausgebaut werden, forderte Schaper. Die Staatsregierung sollte zudem in Information und Aufklärung investieren. «Das sollte eine Hauptaufgabe des neu zu schaffenden Landesgesundheitsamtes werden. Medizinische Fachfragen sollten nicht politisiert werden – für ihre Beantwortung sind Fachleute zuständig. Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen, auch in Schutzimpfungen.»