Do., 27.08.2026 , 13:18 Uhr

Betriebsrat sieht in der Gläsernen Manufaktur keinen akuten Informationsbedarf

Keine Krisenversammlung bei VW in Dresden

In der Gläsernen Manufaktur in Dresden findet keine außerordentliche Betriebsversammlung statt. Betriebsrat, Geschäftsführung und Konzernvorstand verzichteten auf den Termin.

Dresden - Bei Volkswagen laufen derzeit Gespräche über die Zukunft mehrerer Standorte. In Dresden wird es jedoch keine außerordentliche Betriebsversammlung geben. Der zunächst für den Nachmittag geplante Termin in der Gläsernen Manufaktur wurde abgesagt.

Nach Angaben von Betriebsratssprecher Heiko Lossie erfolgte der Verzicht im Einvernehmen zwischen Betriebsrat, der Dresdner Geschäftsführung und dem VW-Konzernvorstand in Wolfsburg. Zuvor hatte die „Sächsische Zeitung“ darüber berichtet.

Betriebsrat sieht keinen akuten Informationsbedarf

Grund für die Absage ist laut Betriebsrat die derzeitige Situation am Dresdner Standort. Der Wegfall des Termins sei ein Zeichen dafür, dass in der Belegschaft der Gläsernen Manufaktur aktuell kein akuter Informationsbedarf bestehe, erklärte Lossie.

Der VW-Konzernvorstand hatte sich demnach grundsätzlich bereit erklärt, für eine Betriebsversammlung nach Dresden zu kommen. Letztlich wurde darauf jedoch verzichtet. Die nächste reguläre Betriebsversammlung soll nach Angaben des Betriebsrats bereits in wenigen Wochen stattfinden.

Keine Autoproduktion mehr in Dresden

In der Gläsernen Manufaktur werden seit Ende 2025 keine Autos mehr produziert. Nach 24 Jahren Serienproduktion lief im Dezember der letzte Wagen vom Band.

Der Standort bekommt stattdessen eine neue Aufgabe. Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden soll in dem zentral gelegenen Glasbau ein Innovationscampus entstehen. Die rund 230 Beschäftigten sollen ihre Arbeitsplätze zunächst behalten.

Die Gläserne Manufaktur war lange eines der Prestigeprojekte des Volkswagen-Konzerns. Sie wurde 2001 eröffnet und war ursprünglich Produktionsstandort für das Oberklassemodell VW Phaeton.

VW-Vorstand besucht mehrere Standorte

Während in Dresden auf die außerordentliche Betriebsversammlung verzichtet wird, finden an anderen VW-Standorten derzeit Gespräche statt. Der Vorstand hatte am Dienstag eine Tour durch mehrere Werke begonnen.

Hintergrund ist die angekündigte Verschärfung des Sparkurses bei Volkswagen. Nach den Aussagen von Vorstandschef Oliver Blume gibt es Sorgen um Zehntausende weitere Arbeitsplätze sowie um die Zukunft von vier Standorten.

Nach dem Auftakt in Wolfsburg besuchte der Vorstand die als gefährdet geltenden Standorte in Emden und Zwickau.

Betriebsversammlung im Chemnitzer Motorenwerk

Am Vormittag fand außerdem eine außerordentliche Betriebsversammlung im VW-Motorenwerk in Chemnitz statt. Angaben zu den dort besprochenen Inhalten lagen zunächst nicht vor.

Damit unterscheidet sich die Situation in Dresden derzeit von der an anderen Standorten des Konzerns. Während andernorts kurzfristig Betriebsversammlungen angesetzt werden, soll in der Gläsernen Manufaktur erst bei der nächsten regulären Versammlung über die weitere Entwicklung informiert werden.

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