Mo., 05.10.2026 , 09:22 Uhr

Die Planungen für die 2023 zerstörte Stadtkirche kommen voran

Kirchenneubau könnte 2027 beginnen

Der Wiederaufbau der abgebrannten Stadtkirche Großröhrsdorf rückt näher. Bei einer Baugenehmigung Anfang 2027 könnten erste Arbeiten bereits Mitte des Jahres starten.

Großröhrsdorf - Der Wiederaufbau der 2023 durch einen Brand zerstörten Stadtkirche in Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen nimmt konkrete Formen an. Der finale Entwurf für den Neubau ist nahezu fertig. Erste Arbeiten könnten möglicherweise bereits Mitte 2027 beginnen.

Voraussetzung dafür ist nach Angaben des Baubeauftragten des Kirchenvorstandes, Jörg Boden, eine Baugenehmigung des Landratsamtes Bautzen im ersten Quartal 2027. Zuvor muss noch die Genehmigungsplanung erstellt werden. Nach Angaben des Kirchenvorstandes liegt das Projekt bislang im vorgesehenen Zeitplan.

Entwurf aus Dresden bildet Grundlage

Grundlage für den Wiederaufbau ist der Entwurf des Dresdner Architekturbüros Code Unique Architekten. Dieser hatte Anfang 2026 einen Architekturwettbewerb für den Neubau gewonnen.

Der Entwurf sieht vor, den Innenraum der Kirche als markantes Wahrzeichen wieder entstehen zu lassen. Geplant sind weiße Wände und viel helles Holz. Der Innenraum soll Platz für bis zu 300 Menschen bieten und flexibel genutzt werden können.

Hinter der Orgel ist ein eigener Bereich für Kinder vorgesehen. Zum Konzept gehören außerdem ein Kirchencafé sowie ein Begegnungsgarten im Grünen.

Zweiter Wettbewerb für sakrale Gestaltung

Noch nicht abschließend geklärt ist die sakrale Ausgestaltung der neuen Kirche. Dafür soll ein weiterer Wettbewerb stattfinden. Nach Angaben von Jörg Boden laufen derzeit die Vorbereitungen. Der Wettbewerb soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen werden.

Brand zerstörte Kirche im August 2023

Die spätbarocke Stadtkirche war in der Nacht zum 4. August 2023 durch Brandstiftung weitgehend zerstört worden. Etwa ein Drittel des weithin sichtbaren Kirchturms stürzte ein.

Die Flammen zerstörten die Ausstattung des Innenraums. Vom Kirchenschiff blieben lediglich die Außenmauern erhalten. Auch Teile der historischen Architektur sowie sämtliche hölzernen und teilweise jahrhundertealten Kunstwerke gingen verloren.

Neubau soll rund 35 Millionen Euro kosten

Pfarrer Stefan Schwarzenberg hatte die Kosten für den Neubau auf rund 35 Millionen Euro beziffert. Für den Wiederaufbau kamen nach Angaben der Kirchengemeinde bis Mitte August bereits mehr als 555.000 Euro an Spenden zusammen.

Ein damals 41 Jahre alter Mann aus dem Umfeld der Kirchgemeinde wurde wegen schwerer Brandstiftung zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Landgericht Görlitz sah es als erwiesen an, dass er das Feuer aus Frust über seine familiäre Situation gelegt hatte.