Dresden - Mit einem ersten Spatenstich am künftigen Eschenplatz ist am Dienstag, 8. September 2026, offiziell die Sanierung der Königsbrücker Straße Süd in Dresden gestartet. Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Baubürgermeister Stephan Kühn, DVB-Vorstandsmitglied Andreas Hemmersbach und SachsenEnergie-Vorstandsvorsitzender Frank Brinkmann gaben gemeinsam den Auftakt für das Großprojekt.
Auf knapp 1,6 Kilometern zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee sollen Straße, Straßenbahngleise, Fuß- und Radwege sowie zahlreiche Versorgungsleitungen umfassend erneuert werden. Die Investitionssumme liegt bei rund 87,5 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für April 2030 vorgesehen.
Die Arbeiten starten gleichzeitig in verschiedenen Bereichen der Königsbrücker Straße. Am Albertplatz und in der Antonstraße stehen zunächst Arbeiten an Gleisen, Weichen und der Weichensteuerung an.
Zwischen Schwepnitzer Straße und Eschenstraße beginnen außerdem Vorbereitungen für ein unterirdisches Gleichrichterunterwerk der Dresdner Verkehrsbetriebe mit integrierter Trafostation der SachsenEnergie. Vorgesehen sind unter anderem Kampfmittelsondierungen, Suchschürfe, Medienarbeiten und die Freimachung des Baufeldes.
Darüber hinaus beginnen abschnittsweise Tiefbau- und Leitungsarbeiten in den Gehwegbereichen, unter anderem zwischen Albertplatz und Katharinenstraße sowie zwischen Scheunenhofstraße, Eschenplatz und Schauburg.
Zum Baustart bleiben Kraftfahrzeug- und Straßenbahnverkehr auf der Königsbrücker Straße zunächst bestehen. Einschränkungen betreffen vorerst vor allem Gehwege und Parkmöglichkeiten.
Während der gesamten Bauzeit soll der Autoverkehr grundsätzlich halbseitig geführt werden. Nach Möglichkeit bleibt in jeder Fahrtrichtung mindestens eine Spur offen. Zeitweise werden jedoch Umleitungen notwendig. Diese sollen unter anderem über Tannenstraße, Kamenzer Straße, Bischofsweg, Schönbrunnstraße und Eschenstraße führen.
Deutlichere Auswirkungen gibt es ab Montagabend, 28. September 2026, für Fahrgäste der Dresdner Verkehrsbetriebe. Der Straßenbahnbetrieb zwischen Albertplatz und Bischofsweg wird eingestellt und durch einen Schienenersatzverkehr ersetzt.
Die Linien 7 und 8 fahren anschließend über die Großenhainer Straße und Fritz-Reuter-Straße. Die Linie 13 bleibt zunächst auf ihrem regulären Linienweg.
Vom 28. bis 30. September wird zudem jeweils zwischen 22 und 5 Uhr die Fahrleitung zwischen Bischofsweg und Albertplatz demontiert. Dafür wird die Königsbrücker Straße nachts vollständig gesperrt.
Für Anwohner, Gewerbetreibende und weitere Interessierte richtet die Stadt ab Dienstag, 15. September 2026, einen Infopunkt im alten DVB-Häuschen am Albertplatz ein.
Ansprechpartner beantworten dort dienstags und donnerstags jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 12 bis 14 Uhr Fragen rund um das Bauvorhaben.
Zusätzlich stellt die Stadt Dresden aktuelle Informationen zum Projekt online bereit und bietet einen Newsletter zur Sanierung an.
Nach Abschluss der Arbeiten soll die Königsbrücker Straße in jeder Fahrtrichtung eine durchgängige Fahrspur für Kraftfahrzeuge erhalten. Das bisherige Pflaster wird durch eine Asphaltdecke ersetzt, wodurch nach Angaben der Stadt der Verkehrslärm reduziert werden soll.
Auch die Straßenbahngleise werden erneuert und für breitere Stadtbahnwagen ausgebaut. Zwischen Albertplatz und Katharinenstraße sowie zwischen Bischofsweg und Stauffenbergallee soll die Straßenbahn künftig auf einem vom Autoverkehr getrennten Gleiskörper fahren. Zwischen Katharinenstraße und Bischofsweg teilen sich Straßenbahn und Autos weiterhin den Verkehrsraum.
Im Baubereich liegen insgesamt acht Straßenbahnhaltestellen. Die Fahrgastunterstände sollen begrünt werden. Neue Gleise mit dämpfenden Unterlagen sollen zusätzlich zur Lärmminderung beitragen.
Auch der Radverkehr soll von der Sanierung profitieren. Auf der Königsbrücker Straße entstehen durchgehende Radfahrstreifen in beide Richtungen. Am Bischofsweg ist wegen der vorhandenen Platzverhältnisse ein Schutzstreifen vorgesehen.
Haltestellen, Fußwege und gesicherte Querungsstellen sollen künftig barrierefrei gestaltet sein. Darüber hinaus sind Bänke, Fahrradbügel und insgesamt drei Trinkbrunnen geplant.
Im Zuge der Neugestaltung sollen entlang der Königsbrücker Straße insgesamt 133 neue Bäume gepflanzt werden. Vorgesehen sind unter anderem 52 Ulmen und 43 Silber-Linden. In den Platzbereichen kommen weitere Baumarten wie Rot-Ahorn, Felsenbirne, Blauglockenbaum und Esche hinzu.
Eine kleine und eine große Flatterulme auf Höhe der Königsbrücker Straße 49 sollen erhalten bleiben.
Nach Abschluss der Sanierung sind auf der Königsbrücker Straße Süd 109 Stellplätze, drei Ladezonen und drei Behindertenstellplätze vorgesehen. Entlang des Bischofswegs sollen zusätzlich fünf Taxistellplätze, eine Ladezone und ein weiterer Behindertenstellplatz entstehen.
Auch das Areal vor der Post wird umgestaltet. Geplant sind dort unter anderem neue Bäume, Bänke und ein Trinkbrunnen.
Zwischen Scheunenhofstraße und Eschenstraße entsteht außerdem eine neue Platzfläche als verkehrsberuhigter Bereich. Bäume, Sitzgelegenheiten, Fahrradbügel, Außengastronomie und künstlerische Elemente sollen den Bereich künftig prägen.
Die Königsbrücker Straße ist eine wichtige Nord-Süd-Achse für die Ver- und Entsorgung in Dresden. Deshalb sind neben Stadt, Dresdner Verkehrsbetrieben und SachsenEnergie auch die Stadtentwässerung Dresden, Telekom und Vodafone an den Tiefbauarbeiten beteiligt.
SachsenEnergie erneuert nach Angaben der Stadt Leitungen für Strom, Fernwärme, Trinkwasser, Fernmeldetechnik und Gas.