So., 08.03.2026 , 14:27 Uhr

Kommunen wollen Ausgleich für Sachsens Kurorte

Sachsens Städte und Gemeinden fordern eine Beteiligung des Landes an einem möglichen finanziellen Ausgleich für Kurorte und Heilbäder. Der stellvertretende Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, Ralf Leimkühler, betonte, dass der Freistaat mindestens in gleicher Höhe wie die Kommunen Geld bereitstellen müsse. Voraussetzung dafür sei eine gesetzliche Grundlage.

Kurorte kämpfen mit zusätzlichen Kosten

Hintergrund der Debatte sind Forderungen der 14 staatlich anerkannten Kurorte in Sachsen. Nach Angaben des sächsischen Heilbäderverbandes fehlen den betroffenen Kommunen jährlich rund zehn Millionen Euro. Grund dafür sind zusätzliche Ausgaben, die durch den besonderen Status als Kurort entstehen und durch bestehende Einnahmen nicht vollständig gedeckt werden.

Ministerin signalisiert Unterstützung

Auch Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch unterstützt die Forderungen der Kurorte. Studien hätten gezeigt, dass die Orte wegen ihrer besonderen Aufgaben stärker belastet seien als andere Kommunen. Ziel sei es daher, eine finanzielle Entlastung zu schaffen. Allerdings müsse dafür auch eine Einigung mit den Städten und Gemeinden erzielt werden.

Große wirtschaftliche Bedeutung für Regionen

Der Landestourismusverband verweist auf die wirtschaftliche Rolle der Kurorte. Sie erwirtschaften jährlich rund 650 Millionen Euro Bruttoumsatz. Diese Wertschöpfung komme nicht nur den Kurorten selbst zugute, sondern strahle auch in die umliegenden Regionen aus.

Hoher Aufwand für den Kurort-Status

Der Status als Kurort bringt zahlreiche Verpflichtungen mit sich. Heilwasser muss regelmäßig untersucht werden, Kurparks müssen gepflegt und touristische Infrastruktur auf hohem Niveau erhalten werden. Hinzu kommen Auflagen etwa durch Heilwasserschutzzonen, die bestimmte Bau- oder Industrieprojekte einschränken können.

Fusion im Vogtland als Beispiel

Im Vogtland planen die Kurorte Bad Brambach und Bad Elster in diesem Jahr eine Fusion. Einer der Gründe sind die finanziellen Herausforderungen der Gemeinde Bad Brambach. Gleichzeitig betonen Verantwortliche vor Ort, dass der Kurort-Status auch Vorteile bringe – etwa durch die touristische Bedeutung der Sächsischen Staatsbäder und zahlreiche Übernachtungsgäste in der Region.