Do., 30.04.2026 , 09:10 Uhr

Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen fünf Beschuldigte

Korruptionsvorwürfe gegen Dresdner Feuerwehr

Bei der Berufsfeuerwehr Dresden gibt es Korruptionsvorwürfe. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2024 gegen fünf Beschuldigte.

Dresden - Die Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt Dresden steht im Mittelpunkt schwerer Korruptionsvorwürfe. Die BILD und die DNN berichten übereinstimmend darüber. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden ist bereits seit 2024 ein Ermittlungsverfahren anhängig. Dabei wird gegen fünf Beschuldigte ermittelt. Im Zuge des Verfahrens soll es bereits Durchsuchungen gegeben haben. Nach Angaben der Behörde wurden dabei mobile Geräte, Datenträger und Unterlagen sichergestellt.

Im Zentrum der Vorwürfe stehen nach einem Bericht der BILD mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aufträgen rund um Fahrzeugwartung, Fahrzeugbeschaffung und Umbauten von Feuerwehrfahrzeugen. Konkret geht es demnach um ein Mitglied der Berufsfeuerwehr Dresden, das über Jahre hinweg zugleich in einer privaten Firma aktiv gewesen sein soll, die Aufträge im Zusammenhang mit Feuerwehrfahrzeugen erhalten haben soll.

Der Mann soll zuletzt als Obermaschinist bei der Berufsfeuerwehr tätig gewesen sein und nach Informationen der BILD inzwischen suspendiert worden sein. Im Jahr 2016 gründete er demnach die Firma „BTS Brandschutztechnik Stolpen“. Laut dem Bericht ist er seit dem 20. März 2026 nicht mehr Geschäftsführer des Unternehmens, soll aber weiterhin alleiniger Gesellschafter sein. Außerdem sollen ihm weitere Firmen gehören, darunter ein Kfz-Service.

Nach Angaben der BILD soll die BTS Brandschutztechnik Stolpen Fahrzeuge der Dresdner Feuerwehr gewartet haben. Zudem soll das Unternehmen auch bei Beschaffung und Umbauten mehrerer Feuerwehrfahrzeuge beteiligt gewesen sein. In der Belegschaft, insbesondere in der Feuerwache Striesen, soll es laut Bericht wiederholt Verwunderung darüber gegeben haben, dass Fahrzeuge ohne erkennbare Mängel zur Reparatur gebracht worden seien und anschließend kostspielige Defekte festgestellt worden sein sollen.

Die Stadt Dresden äußerte sich laut BILD nicht zu den einzelnen Vorwürfen. Ein Stadtsprecher verwies allgemein auf geltende Regelungen für Beschäftigte der Landeshauptstadt Dresden. Diese sollen Interessenkonflikte vermeiden und die Anzeige sowie Genehmigung von Nebentätigkeiten regeln. Auch die Firma BTS Brandschutztechnik Stolpen äußerte sich laut Bericht nicht zu den Vorwürfen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Bis zu einer möglichen gerichtlichen Entscheidung gilt für alle Beschuldigten die Unschuldsvermutung.