Di., 06.10.2026 , 12:13 Uhr

Steigende Trassenpreise setzen den Schienennahverkehr in Sachsen unter Druck

Kraushaar warnt vor kleinerem Bahnangebot

Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar warnt vor Einschnitten im Bahnangebot und fordert kurzfristige Hilfen vom Bund.

Dresden. Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar warnt vor deutlichen Folgen steigender Trassenpreise für den Bahnverkehr im Freistaat. Die Gebühren, die Verkehrsunternehmen für die Nutzung der Schienen zahlen müssen, seien eine erhebliche Belastung für das Angebot im Personennahverkehr. Gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ und der „Sächsischen Zeitung“ erklärte Kraushaar, die steigenden Kosten seien „Gift für das Zugangebot“ und gefährdeten die Mobilität insbesondere in ländlichen Regionen.

Die Ministerin fordert deshalb kurzfristige finanzielle Hilfen des Bundes sowie neue Regelungen für die Höhe der Trassenpreise. Mehrere Verkehrsunternehmen haben ihr Angebot bereits mit Verweis auf die gestiegenen Kosten reduziert. Besonders deutlich wird die Belastung in Ostsachsen: Der zuständige Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen rechnet eigenen Angaben zufolge allein in diesem Jahr mit zusätzlichen Kosten von fast neun Millionen Euro. In den kommenden Jahren könnten die Mehrkosten jeweils auf rund 14 Millionen Euro steigen.

Hintergrund der Entwicklung ist das Auslaufen eines gesetzlichen Preisdeckels für die Nutzung des Schienennetzes im Personennahverkehr. Grundlage dafür war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom März dieses Jahres. Die Bundesnetzagentur hatte daraufhin die Trassenpreise bereits für das laufende Jahr neu festgesetzt. Kraushaar warnt davor, dass ohne weitere Unterstützung zusätzliche Einschränkungen beim Bahnangebot drohen könnten.