Sa., 21.03.2026 , 16:40 Uhr

LKA warnt vor Cybertrading-Gruppen und millionenschweren Schäden

Krypto-Betrug in Sachsen nimmt zu

Dresden - Der Betrug mit Kryptowährungen nimmt in Sachsen weiter zu. Nach Angaben des Landeskriminalamts liegen für 2025 zwar noch keine abschließenden Zahlen vor. Dennoch geht die Behörde davon aus, dass sowohl die Zahl der Fälle als auch die Höhe der entstandenen Schäden erneut gestiegen sind. Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere Fälle mit Schadenssummen von jeweils mehr als einer Million Euro registriert.

Besonders im Fokus stehen laut LKA sogenannte Cybertrading-Gruppen, die in sozialen Netzwerken mit schnellen Gewinnen und angeblich lukrativen Investments werben. Wer persönliche Daten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse angibt, gerät oft in ein betrügerisches System. Zunächst werden meist kleinere Geldbeträge investiert, später steigt der Einsatz, weil auf den Plattformen scheinbare Gewinne angezeigt werden. Wenn Betroffene ihr Geld auszahlen lassen wollen, sind die Ansprechpartner plötzlich nicht mehr erreichbar.

Nach LKA-Angaben haben Internetbetrüger mit vermeintlichen Krypto-Investments in Sachsen zwischen 2019 und 2024 mehr als 190 Millionen Euro erbeutet. Die tatsächliche Schadenssumme dürfte noch höher liegen, weil viele Betroffene aus Scham keine Anzeige erstatten. Zusätzlich warnt die Polizei vor einer zweiten Betrugsmasche: Kriminelle geben sich als Helfer aus, etwa als Privatdetektive oder Anwälte, und versprechen, verlorenes Geld zurückzuholen – verlangen dafür aber erneut hohe Summen.

Das LKA rät deshalb, Anlageangebote mit unrealistisch hohen Renditen besonders kritisch zu prüfen, keine Zugangsdaten weiterzugeben und im Betrugsfall sofort Anzeige zu erstatten.